Mannheim
Compact Memory

Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1844-01-01 · Heft 2 · p. Seite 237

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1844
Issue
Heft 2
Article
Das Verhältniß des natürlichen Schriftsinnes zur thalmudischen Schriftdeutung
Date
1844-01-01
Page
Seite 237 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2929020-2929041-2929044-2932211--2900-2932338
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

zur thalmudischen Schriftdeutung. Eine Skizze. 23? tere Früchte tragen und neue Bestimmungen erzeugen. Wie vollkommen ernst es der Mlschnah mit diesen Schriftdeutungen ist, haben die früher beigebrachten Beispiele bereits hinlänglich erwiesen, und die eben besprochene Stelle ist vollkommen geeignet, etwaige Zweifel zu heben.. Weil kein Beweis aus der Schrift für die Bestimmung zu finden ist, ist Jochanan ben Sakkhai unruhig über deren einstiges Schicksal; nachdem aber Äkiba seine Deutung gefunden, steht es den Zeitgenossen vollkommen fest, selbst Jochanan würde, wenn er am Leben wäre, nunmehr ganz beruhigt sein, weil diese Bestimmung nun in der Schrift nachgewiesen sei, also n/icht etwa blos eine Anlehnung, ein mnemonischer AnknüpfuligspilnkL, sondern ein bestimmter Ausspruch dafür in der Schrift vorhanden sei, ohne welchen die Bestimmung wankend wäre, mit welchem aber dieselbe als unerschütterlich betrachtet wird. Es war demnach ein solcher Drasch in den Augen der Mischnahlehrer eine vollständig berechtigte und probehaltige Ausdeutung und Entwickelung des Schristwortes, die den Jedem offen liegenden Sinn ergänzt, den wahren Sinn der Schriftstelle erst ausmacht. Gegen diese Methode als die vollkommen richtige machte sich durchaus kein Widerspruch geltend, nur in der Anwendung derselben fand häufig Verschiedenheit Statt, und nur selten kommt es in den Baraitha's vor, daß Einer bei einzelnen Fällen den Andern tadelt über die eigenthümliche Deutung irgend einer Stelle. So tadelt z. V. Joße, der Sohn einer Damascenerin, den Jehudah b. Elai, daß er (Zachar. 9, 1) durch Theilung und künstliche Deutung des Wortes auf den Messias beziehe, während doch, wie ihm aus seiner Heimath bekannt, ein Ort im Gebiete von Damascus so genannt werde, oder daß dieser das Wort (1 M. Li, 43) in ähnlichem Verfahren als eine Bezeichnung Josefs auffaßt, während es doch von Knie abzuleiten sei, und diesen Tadel spricht Joße mit den Worten aus: „wie lange willst du uns die Schriftstellen verdrehen (LMM Ntt wbp LWO NN8 NO (Sifra 2^^ Anfang). Allein dieser Tadel, der übrigens von einem in der thalmudischen Gesetzlehre ganz zurückstehenden Manne ausgesprochen wird, bezieht sich nur auf eine zu weit getriebene 16 *

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.