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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1844-01-01 · Heft 2 · p. Seite 236

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1844
Issue
Heft 2
Article
Das Verhältniß des natürlichen Schriftsinnes zur thalmudischen Schriftdeutung
Date
1844-01-01
Page
Seite 236 (sequence 3)
Language
German
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236- V. Das Verhattniß des natürlichen Schnftsinns war. .So hatte sich die Vorschrift/daß d^r Inhalt eines irdnen Geschirres, in welches ein kriechendes Thier hineinfalle, als unrein zu betrachten sei (3 M. 33), noch: dahin erweitert, daß M ein Gegenstand, welcher, mit einem in dem dergestalt verunreinigten irdenen Geschirre befindlichen und nun gleichfalls unreinen Dinge durch Berührung in Verbindung trete, nun wiederum als unrein zu erklären sei. Allein dafür fand sich keine ausdrückliche Schriftstelle, und aus diesem Grunde sprach auch Jochanan b. Sakkhai die Befürchtung aus, ein künftiges Geschlecht werde diese Erweiterung beseitigen, das nach ihr für unrein Geltende als rein erklären (->n^ INK -PM; doch schwand dich Bchrgmß, als es später 'Akiba b. Joßef gelang, diese Erweiterung aus der Schrift durch Deutung zu entwickeln indem es nämlich heiße: „der Inhalt des Gefäßes wird unrein sein nicht: „ist unrein (UAA)," was darauf hinweist, daß noch eine neue Unreinheit, und zwar an dem Gegenstände, welcher mit dem Inhalte später in Berührung tritt, sich erst noch ereignen werde*). Und diese Deutung veranlaßt dann Josua b. Chananiah Zu dem Ausrufe: „wer entblößt den Staub von deinen Angeü, Nabban Jochanan ben Sakkhai, der du gesagt, ein künftiges Geschlecht werde diesen dritten**) Gegenstand einst rein erklären, weil keine ausdrückliche Schriftstelle für dessen Unreinheit angeführt werden könne; siehe, dein Schüler 'Akiba bringt eine solche dafür Lei (MDN K^O KM da es heißt: -Alles, was darin ist, wird unrein sein.' (Mischnah Shotah 5, 2 k. 27 b). Nachdem man nun zu einer solchen Methode der Schriftdeutung gelangt war, um die bestehenden Bestimmungen zu begründen und zu rechtfertigen, so mußte natürlich diese Methode auch wei- *) Diese Erklärung des Drasch ist öffenbar begründeter als die Meinung der rabbinLschen Commentatoren, kenne auch gelesen werden; für unfern Zweck kommt jedoch auf diese Differssnz iu der Erklärung Nichts än. Das irdne Geschirr ist der erste, dessen Inhalt der zweite, das mit diesem in Berührung Tretende der dritte. I

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