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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1844-01-01 · Heft 2 · p. Seite 235

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1844
Issue
Heft 2
Article
Das Verhältniß des natürlichen Schriftsinnes zur thalmudischen Schriftdeutung
Date
1844-01-01
Page
Seite 235 (sequence 2)
Language
German
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V. Das Verhältniß des natürlichen Schriftsinnes rc? 233 dar, welche ich in einem zweiten Artikel zu erörtern mich veranlaßt sehe, bevor ich an die Untersuchung gehe, wie man später der herkömmlichen Deutung gegenüber sich verhielt. Mit der kurzen Wiederholung der bereits gewonnenen Resultate sollen daher hier die neuen Ergebnisse vereinigt werden. Das biblische Gesetz erweiterte sich bald und dehnte sich aus; diese Erweiterung ward Anfangs als eine natürliche und nothwendige, daher auch als in der Bibel begründet, betrachtet, ohne daß eine specielle Andeutung dafür in dem Schristworte hätte gesucht werden müssen. Allein als die Lebmsnorm und der natürliche Schristinhalt zu weit auseinander gingen, und auf diese Differenz wiederholt aufmerksam gemacht wurde '^), begann man dieser Kluft inne zu werden, und während man einerseits es ganz offen gestand, es gebe ganze Lehren, „die in der Luft schwebten," andere, welche „groß wie Berge, doch nur an einem Haarfädchen hingen," (Mischnah Chagigah 1, 8) so regte sich doch andererseits der Wunsch, diese neuen Verpflichtungen auf einen festen biblischen Grund zurückzuführen, ja dieser Wunsch führte zu einer gewissen inneren Unruhe über das Schicksal der Satzung, für welche ein solcher fester Boden noch nicht gewonnen war und ließ die Vermuthung aufkommen, daß die ganze Satzung schwinden werde — eine Besorgnis;, welche später sich wieder verlor, nachdem man in die neue Kunst der Deutung tiefer hineingerathen *) Ja dieser Beziehung scheint auch das Christentum mit seinem Kampfe gegen „Pharisäische" Satzungen von Wichtigkeit.gewesen zu sein, und Jochanan b. Sakkhar, der sich auch durch neue, wegen der Zerstörung des Tempels nöthig gewordene Anordnungen auszeichnet, scheint von diesem Kampfe angeregt worden zu sein. Dahin rechne ich besonders, die in seinem Namen ausgesprochene Behauptung (Edujoth 8, 7), Elias werde einst nicht das Geringste im Gesetze ändern, sondern blos gewaltsam eingeführtes Widergesetzliches in seinen rechten Stand zurückbringen (die von den Nabbinen dem Elias gegebene Stellung verdient eine selbstständige Behandlung). Vergl. ferner Jochanans Streit mit den Sadducäern in Betreff der Feier des Wochenfestes, des Erbrechts der Tochter und des mit dem thierischen darzubringenden Mehlopfers (Megillath Tha'anith e. j, 5 und 8 und die entsprechenden ThaLmudstellen). Jüd. Zeitschr. V Bd. 16

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