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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1844-01-01 · Heft 2 · p. Seite 229

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1844
Issue
Heft 2
Article
Bruno Bauer und die Juden
Date
1844-01-01
Page
Seite 229 (sequence 31)
Language
German
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IV. Bruno Bauer und die Juden. 229 Schuldigen nennen wollen? Veranlassung mag er wohl zu seinem Tode gegeben haben, vielleicht hätten die Räuber ihn ruhig seines Weges ziehen lassen, wenn er sie von ihren Unthaten nicht zurückhalten wollte; doch ehren' wir seine Theilnahme an Anderer Leid und wollen ihm nicht eine Schuld zuschreiben. Denn in der Schuld liegt auch die Sünde und das Unrecht, und diese hatte er doch nimmer begangen. So laß auch mich den süßen Trost der Unschuld mit zu den ewigen Göttern nehmen! — Was erwidert nun Herr Bauer hierauf? Gegen den ersten Fall, die Unschuld selbst ohne Veranlassung des Bedruckten sagt er: „Ein Nichts kann man nicht drücken; was man drückt, muß durch sein ganzes Sein und durch die Art und Weise desselben den Druck verursacht haben." ' Ist man ein Nichts, wenn man durch sein Thun und Lassen zum Drucke keine Veranlassung giebt und nur Verblendung und Haß diesen erzeugt? „muß man ihn durch sein ganzes Sein, und die Art und Weise desselben verursacht haben?" Allerdings, dem Räuber ist jeder friedliche Mensch ein Feind „durch sein ganzes Sein," und wenn man schon dadurch Veranlassung giebt zum Drucke, so mögen die Juden immerhin dieser Kategorie der Schuldigen verfallen; aber es giebt dann auch gar keine Unschuldigen mehr, die, nach Bauers Theorie, ihre Ehre verloren haben, da sie doch zum allerwenigsten — sind. Was soll, nun durch solches Hin- und Herzerren der Begriffe, durch solch willkürliches Spiel erreicht werden? Ich scheue mich fast es zu sagen; man will dadurch blenden, die Grenzsteine des Rechtes verrücken und unvermerkt der Unschuld die Schuldhaftigkeit unterschieben. Zuerst nämlich bleibt diese Schuldhaftigkeit allerdings ehrenvoll, denn sie heißt ja nichts anderes, als daß die Juden nicht Stein und Holz waren, in die man ohne Gegendruck hinein geschnitten habe, sondern sie waren Menschen von Geist und Gefühl, mit einer Idee, welche den Andern widerwärtig war und dm Druck erzeugte, mit schmerzlicher Empfindung des Drucks, dem sie mit allen Mitteln entgegentraten. Aber gebt nur Acht, wir treten bald aus diesem philosophischen Zauberkreise, wo Schuld gleich Unschuld ist, heraus, und werden wieder gewöhnliche Menschen^ wo Schuld Verbrechen heißt; aber

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