Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1844
- Issue
- Heft 2
- Article
- Bruno Bauer und die Juden
- Date
- 1844-01-01
- Page
- Seite 226 (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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IV. Bruno Bauer und die Juden. 226 Die Unschuld der I u d e n. Aber das eben macht uns schon in den Augen Bauer's unfähig, ein richtiges Urtheil über die Sache zu fällen. Denn „wer" spricht er,., „wer in solcher Weise die Juden zu vertheidigen sucht und zu retten meint, indem er behauptet, der Druck sei allein an begründeten Vorwürfen, die sich auf Gesinnung, Gemüthsart und Zustand der Juden beziehen, schuld, — der thut ihnen die größte Unehre an und giebt ihre Sache verloren." MaS nun die Unehre betrifft, welche den Juden durch eine solche Verteidigung angethan werden soll, so würde mich wie jeden Vertheidiger dies durchaus nicht befangen machen: wir wollen die Juden nicht in besonderm Glanze, sondern die Nechtmäßigkeit ihrer Ansprüche darstellen. Allein wenn uns gesagt wird, wir geben auf diesem Wege auch ihre Sache verloren, so müssen wir allerdings als gewissenhafte Anwälte genauer zusehn, sivie wir denn seltsamer Weise, unserer Clienten Unschuld darthuend, ihre Sache gerade schlimmer machen. Nichts einfacher als dies, sagt Bauer. „Stünden die Juden außerhalb des Spieles (?) des CausalitätsgesetzeS, wären sie rein passiv gewesen, hätten sie sich nicht auch von ihrer Seite aus in Spannung gegen die christliche Welt befunden, dann würde auch jedes Band fehlen, das sie mit der Geschichte verknüpfte, und sie würden nimmermehr in die neuere Entwickelung der Geschichte eintreten und eingreifen können. Ihre Sache wäre schlechthin verloren." Also sprecht nicht von ihrer Unschuld, wenn ihr ihnen nützen wollt, sondern bekennet ihre Schuld, denn schuldig waren sie an dem erlittenen Drucke, gerade so wie es falsch ist, von den Märtyrern zu sagen, sie seiew unschuldig Getödtete. „Was diese gethan haben, war der Lebensweise und den Vorstellungen ihrer Gegner entgegengesetzt, und je größer und bedeutender sie als Märtyrer sind, um so größer muß ihre T'hat gewesen sein, die gegen das Bestehende verstieß, d. h. um so' größer ist ihre Schuld gegen das Bestehende gewesen." Dasselbe nun ist es bei den Juden. „Von ihnen wird man doch wenigstens sagen wollen, daß sie für ihr Gesetz,