Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1844
- Issue
- Heft 2
- Article
- Bruno Bauer und die Juden
- Date
- 1844-01-01
- Page
- Seite 225 (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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IV. Bruno Bauer und die Juden. 225 die Juden nicht als eine einzelne Anomalie aufgefaßt, sondern haben die Wurzel des Übels erkannt und daher auch gegen diese die Art erhoben, in dem Bewußtsein, daß nurdann die bittere Frucht nicht mehr hervorsprosse, und rinn sollen .sie gar nicht einmal darnach „gefragt" haben, worin das Uebel seinen Grund hat. Die Sache ist aber wirklich ganz' so, wie Bauer, früher gesagt die Vertheidiger der Emamipation, die denkenden Juden insgesammt fassen allerdings die unbehagliche Stellung der Juden blos als eine Konsequenz eines allgemeinen Übels auf, wenn sie auch nicht gerat»? das Übel da suchen und finden, wo Bauer es zu finden * glaubt, sie kämpfen gegen diesen am Staatsleben nagenden Schaden, halten es' aber für besser, die Schädlichkeit und Ungerechtigkeit der allgemeinen Theorie an einem concretm Falle, an der Behandlung der Juden, Zu beweisen, wie denn dies auch weit sicherer ist als das Hin- und Herwerfen der Begriffe, wo man sich so hübsch die Wahrheit wegschnappen und die Lüge an deren Stelle setzen kann. „Die Gegner der Juden-Emancipation waren" daher „bisher den Verteidigern derselben" nicht deshalb „bei weitem überlegen, weil sie den Gegensatz, in welchem der Jude als solcher zu dem christlichen Staate steht, wirklich ins Auge gefaßt haben, ihr Fehler war" nicht „nur der, daß sie den christlichen Staat als den einzig wahren voraussetzten:" sondern ihr Übergewicht, wenn sie eines gehabt—. während sie doch in der That immer Terrain verloren und verlieren —, bestand darin, weil sie dem Privilegium huldigten, weil sie das Vorurtheil und den Haß, die Trägheit und die Stumpfheit für sich hatten. Also nur heran mit der „Kritik)" sie findet uns nicht unvorbereitet und nicht beklommen, wir werden ihr frei und ohne Scheu 'gegenübertreten und vor dem Secirmesser des Vegriffcalcüls unser warmes Leben zu schützen wissen. Wir wollen nicht rühren, auch nicht über vergangenen Druck klagen, sondern den gegenwärtigen anklagen und in dem vergangenen wie dem gegenwärtigen auch die wesentlichen Ver^ anlnssungen vieler Nnomaliem unter den Inden und in dem Judenthume auffinden. -