Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1844
- Issue
- Heft 2
- Article
- Bruno Bauer und die Juden
- Date
- 1844-01-01
- Page
- Seite 224 (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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224 IV. Brutto Bauer und die Juden. sie ihres Verdienstes zu entkleiden: was ist von solcher Unbefangenheit noch zu halten? Nein, unfern Antheil an der Zeit und ihren Bewegungen werden uns die Sophisten nimmer rauben, wenn sie uns auch sonst, weil das Privilegium gerade in diesem Punkte auf ihre ihm günstige- Stimme gern hören mag, manches.Lheure Gut vorzuenthalten Leitragen mögen. Und wenn es nur: wirklich von unserer Mitwirkung abhängen soll, ob wir „gleiche Rechte haben" sollen, d. h. ob die Schranken weggenommen werden, so daß Jeder nach seiner Fähigkeit und Tüchtigkeit zur Aneignung der ihm geziemenden Güter zugelasfen werde — ein Zusammenhang, der doch durchaus unbegründet ist —, wäre dies wirklich die Forderung der Gerechtigkeit: nun wir entsprechen ihr, wir helfen mit „die neue Welt machen," wir werden „uns in ihr wohl und zu Hanse fühlen." Fühlten wir dieses Wohlsein nicht, ständen wir ihr .ferne, so kämen ja dann jene „Schmerzen der Kritik" um so - mehr über uns, und indem uns Herr Bauer durch Absperrung dieselben ersparte, , gehörte er ja nach seinem eigenen Ausspruche zu „den ärgsten. Feinden der Juden," während er in deren wahrem Interesse zu schreiben vorgiebt. Wahr ist es aber, daß jene die ärgsten Feinde der Juden sind, welche ihre geistige Absperrung und Abtödtung erzielen, sei es durch Versagung bürgerlicher Gleichstellung, sei. es durch Hemmung ihrer religiösen Entwickelung. Ja, die geistige Entfaltung, die Entpuppung unseres religiösen Bewußtseins, die dem Geiste entsprechende Gestaltung unseres kirchlichen Lebens geht uns über Alles, sie ist uns ein höheres Gut als die Emancipation, ja diese, trotz ihrer selbstständigen Wichtigkeit, erscheint uns blos als das Mittel zu jener. Doch eitle Klage und vergebliche Forderung! „Ihr habt über die Ungerechtigkeiten der christlichen ^Staaten gesprochen, aber noch nicht gefragt, ob diese Ungerechtigkeiten und Härten nicht im Wesen der bisherigen Staatsverfassungen begründet sind." Welch seltsamem Widerspruche begegnen wir wieder hier! „Die Vertheidiger der Juden-Emancipation, sagt Bauer kurz rorher, haben den Zusammenhang, in welchem diese mit der Entwickelung unserer gestammten Zustände , stehn, ausgesucht und wirklich dargestellt," sie haben also die Versagung des. Rechtes an