Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1844
- Issue
- Heft 2
- Article
- Bruno Bauer und die Juden
- Date
- 1844-01-01
- Page
- Seite 221 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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221 IV. Bruno Bauer und die Juden. von der individuellen und religiösen Fortbildung der Luden Umgang nehmen. Freilich hängt die Ansicht über den Staat und dessen Zwecke genau mit der ganzen geistigen Individualität zusammen) allein wer ein Gebiet behandelt, hat nicht nöthig, auch alle übrigen rasch mitzunehmen. Die Imancipationsvertheidiger verlangen daher von den Christen, daß sie die Vorurtheile, mögen sie ihnen auch ans Herz gewachsen sein, aufgeben sollen, die Vorurtheile, wonach es gesonderte euggeschloffene, verschieden berechtigte Kategorien: und Stände im Staate geben dürfe oder gar müsse, und wonach der Staat nur den, welcher zu einer gewissen Meinung sich bekenne", in seinen Verband voll aufnehmen könne, sie verlangen, daß sie solchen Vorürtheilen keine praktische Folge geben mögen, über ihre Gesinnung selbst in diesem Punkte nicht richtend) über ihre religiöse Ansicht hadern sie nicht mit ihnen, das kirchliche von dem bürgerliches Gebiete strenge sondernd, und nur bei den Juden sollten sie beives vermischen, ihnen Bedingungen stellend, deren Erfüllung sie erst zum Eintritte in den Staatsverband würdig mache? Und nun, da sie es mit Necht nicht thnn, sollte man ihnen dies als ein Trachten danach auslegeu, „dem Judenthume das Privilegium der Unveränderlichkeit, Unverletzlichkeit und Unverantwortlichst zu geben?" Welch eine Begriffsverwirrung! Allein, „die christliche Welt muß die Geburt der neuen Zeit, die sich jetzt bildet, noch große Schmerzen kosten: sollen die Inden keine Schmerzen leiden?" Ich möchte jedenfalls, wenn ich auch von dieser Nothwendigkeit überzeugt wäre, mich nicht zum Schmerzenbringer hergebm, ja dem nothwendig Leidenden lieber einen lindernden Balsam reichen als seine Schmerzen vermehren. Jedoch leiden denn die Juden wirklich nicht? - Die Schmerzen, welche die „christliche Welt" leidet, können innere und äußere sein, erstere wie die Sehnsucht und das Ringen nach einem Ziele, das zu erreichen die Kräfte noch nicht airsreichen, -sie erzeugt, letztere aus der Entziehung von Gütern herrührend, welche zur vollen Lebensfreude nothwendig sind. Wären vielleicht die inuern - Schmerzen den Juden erspart, wenn die Emancipation erreicht wäre, so daß man ihnen zum Ersätze, damit auch sie nicht chrei bleiben, hesoudern Schmerz durch die Versagung der bürgerlichen Gleichstellung IS*