Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1844
- Issue
- Heft 2
- Article
- Bruno Bauer und die Juden
- Date
- 1844-01-01
- Page
- Seite 220 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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220 IV. Bruno Bauer und die Juden. keineswegs geneigt sind, mörderische bürgerliche Konsequenzen damit zu verbinden, ganz unbefangen auf, obgleich doch noch die Furcht vorwalten muß, daß was der Verfasser unterläßt,, der Leser ergänzen möchte; ja auch Schriften, die ihren judenbedrückenden Zweck aussprechen,.sind uns theilweise willkommen,, weil wir an ihnen unser gutes Recht um so besser Nachweisen können, weil wir uns vertheidigen dürfen und heute nicht wie etwa zu Eisenmengers Zeiten die einzige Waffe gegen judenfeindliche Arbeiten ist, sie zu unterdrücken, obgleich noch immer das Privilegium und das Vorurtheil sich an den Angriff hält und die Verteidigung nicht beachtet, und daher die Juden selbst auf litterarischem Gebiete eine schwerere Position haben, und hundertmal widerlegte Jrrthmner und Sophismen zum lOlten Male wiederlegen müssen. Also ein ganz Anderes ist eseine gewisse Bangigkeit vor einer scharfen Beurrheitung des Judenthums haben wegen der schädlichen Konsequenzen, die man daran knüpft — ein Anderes, für dasselbe ein Privilegium in Anspruch nehmen, daß es der Kritik nicht anheimfalle. Die Kritik hat noch gar manche andere Mittel und Wege als die des feindlichen Angriffs; die zersetzenden und verbessernden Thaten, die Rüge aus dem Schooße dieses Bekenntnisses heraus, die vielfachen und verschiedenartigsten Bemühungen zur Entwickelung der religiösen Anschauungsweise und des religiösen Lebens, zur Veredlung der Masse, sind sie nicht gleichfalls Erzeugnisse, ächte Erzeugnisse der wahren Kritik?, Und kennt diesen innern Kampf, diesen gewaltigen Proeeß im innen: Leben der Juden Herr Bauer wirklich gar nicht und spricht doch so apodiktisch ab? Wie kann man überhaupt Vertrauen zum Geiste der Wahrheit, zum lebendigen Geiste unserer Zeit haben- und dennoch glauben, er habe auf die geistige. Verfassung der Juden, auf die Gestaltung des Judenthums keinen Einfluß? Ich werde über diese Thatsache, die für mich auch gewisfennaßen eine persönliche ist, noch später zu sprechen kommen; hier aber darf sogar davon abgesehen werden, denn, wie gesagt, die Emancipation müßte, selbst wenn diese Thatsache noch gar nicht vorhanden wäre, dennoch vor sich gehn, und deshalb können die Emancipationsschriststeller wohl für den politischen Fortschritt, für die politische Fortbildung der Menschheit Partei nehmen, dabei. aber