Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1844
- Issue
- Heft 2
- Article
- Bruno Bauer und die Juden
- Date
- 1844-01-01
- Page
- Seite 219 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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218 IV. Bruno Bauer und die Juden. fühlen sie sich verletzt, wenn diese Untersuchungen nicht ihren Zweck Ln sich haben sollen, nicht unbefangen vorgenommen werden, sondern die Grundlage bilden sollen, auf denen die bürgerlichen Beschränkungen sich erbauen, der Ballast, mit dem das etwas zusammengeschrumpfte Privilegienschiff seine Ladung ergänzen will. In diesem Sinne ist aber meistens von Eisenmenger an bis ans die neueste Zeit untersucht worden, was die Juden sind und was die Juden glauben; die Gelehrsamkeit und die falsche Philosophie dienten der Denunciation, sie waren die Henkersknechte und rühmten sich dieses Dienstes, gingen von vornherein darauf aus, dieses Geschäft zu betreiben. Deshalb wird eine solche Kritik als „Verrath an der Menschheit" betrachtet, weil sie nicht sich selbst genügt, sondern inhumane Folgerungen zieht, und selbst, wenn sie nicht selbst sie zieht, so muß jeden Wohlmeinenden die leider nur zu sehr "gerechte Besorgniß erfüllen, das Privilegium und das Vorurtheil möchten diese Prüfung für ihre eigenen schlechten Interessen ausbeuten. Deshalb eben verhält sichs mit dem Judenthum anders als mit der bevorzugten Kirche; mag man deren Kritik als gerecht und als nothwendig anerkennen, ohne freilich damit eine-kecke und unwürdige Behandlung derselben zu billigen, so ist in dem Wahrhafthumanen, der die Gerechtigkeit und Nothwendigkeit der Kritik über das Judenthum durchaus nicht in Abrede stellt, doch eine große Scheu vorhanden vor einem solchen Unternehmen, wenn sich davon erwarten läßt; daß es das Judenthum und die Juden dem Spotte und dem Hasse der Privilegien aussetze und die unwürdige Stellung derselben zu bemänteln fähig sei. Also nicht ein Privilegium verlangen die Juden und deren Vertheidiger für sich oder ihre Religion, sondern die Rücksicht, die ein jeder Wohlgesinnte dem Schwachen schuldig ist und gerne angedeihen läßt; macht uns stark, stellt uns gleich, und keine Rücksicht soll euch mehr hindern, gegen unsere Sitten und unfern Glauben die. Waffen zu führen, ja wir wollen euch Dank wissen, wenn ihr mit Ernst und in rechter Weise es thut, wir werden uns da vertheidigen, wo wir im Rechte zu sein glauben, euch im Angriffe aber beistehcn, wo wir Mißlu'äuche und Jrrthümer entdecken. Selbst jetzt schon nehmen-wir Schriften,-die zwar gegen das Judenthum gerichtet sind, aber offenbar beweisen, daß sie Jüd. Zsitschr. V. M, 19 '