Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1844
- Issue
- Heft 2
- Article
- Bruno Bauer und die Juden
- Date
- 1844-01-01
- Page
- Seite 216 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2929020-2929041-2929044-2932210--2877-2932317- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
216!V. Brurw Bauer und die Juden. die Grundsätze, welche in diesen Worten enthalten sind, auf dem ewigen Rechte basiren, wurden sie auch nicht blos „mit vielem Veifalle ausgenommen," sondern haben sie auch „dk-Sache selbst viel weiter gebracht," haben den Juden in den nordamerikanischelr Freistaaten, in Frankreich, in Holland und Belgien die volle bürgerliche Gleichstellung errungen, haben in Preußen das Edict vom 11. März 1812 dietirt, in mehreren.deutschen konstitutionellen Staaten die Lage der Juden verbessert, und in den meisten Staaten ihnen selbst unter den Christen viele und warme Vertheidiger erweckt. Wenn noch nicht überall die Frage gelöst und der Sieg errungen worden/so zeigt dies nicht von der unrichtigen Anwendung dieser Begriffe auf die Juden, sondern von der Zähigkeit der Privilegieninhaber,' die^ blos der Gewalt uachgcbm, wie es Peel in jener englisch offenen Weise, die sich nicht hinter listige Ausflüchte verkriecht, unumwunden aussprach, daß die geringe Anzahl Juden, welche nicht eine-Million Fäuste aufbringen können, wie die Katholiken, nicht beachtenswerth genug sei, um etwas an der bestehenden Verfassung zu ändern. , Aber doch auch da, wo sie nicht durchgedrungen sind, hat die wiederholte Ausführung dieser Grundsätze doch dahin geführt, daß das Privilegium, wenn es seinen kläglichen Egoismus nackt darzulegen nicht wagte, aus einem Verstecke in das andere sich zurückziehen mußte, sowie z. V.-NoLteck zuletzt sich gedrungen sah, seiner Idiosynkrasie gegen die Juden damit zu helfen, daß er sagte: wir wollen dem Volke erst die ändern Konsequenzen der Freiheit erobern, ehe wir an die Juden gehen. Und wahrlich eine solche Abweisung, die ein Zugeständnis des Rechts ist, ist die erste Stufe des Siegest Ja, Gottlob, „die Sache der Juden ist eine populäre geworden," weil „das Volk ahnt, ln welchem Zusammenhang die Emaneipation der Juden mit der Entwickelung unserer gesammten Zustände steht,", wie Bauer selbst gesteht, weil man zu der Einsicht gelangt, daß den Juden die /Gleichstellung verweigern nichts Anderes heißt, als die Grundlage des feudalen und Meinungsstaates neu befestigen, die Zurücksetzung der Juden nur eine Konsequenz ist ans dem Principe, das auch die Unterdrückung des Bauers unter den Bürger, des Bürgers unter dm Adel, der einen Konfession unter die herrschende, andere in sich trägt. Ob diese immer zu größerer Klarheit sich erhebende