Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1844
- Issue
- Heft 2
- Article
- Bruno Bauer und die Juden
- Date
- 1844-01-01
- Page
- Seite 217 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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IV, Bruno Bauer und die Juden. 217 'Einsicht m das wahre Verhältniß mit deren Folge, daß nämlich die Sache der Juden des;Halb populär geworden, „ein Verdienst ihrer Verteidiger" ist, untre fast eine müßige Frage, da es hier auf deren Verdienst gar nicht anksmmt, sondern lediglich auf die Gerechtigkeir, welche deren Forderungen zu Grunde liegt. Allein, abgesehen davon, daß es sich hier gerade recht deutlich zeigt, wie Bauer in seinem Grolle gegen die Verteidiger der Emancipation ihnen gerne jeden Erfolg und ihren Bemühungen jede Ehrenhaftigkeit absprechen möchte, muß eswahrlich bei einem Manne, der einer schriftstellerischen Wirksamkeit ihre Bedeutung und ihren Einfluß aus die öffentliche Meinung abzuleugnen nicht geneigt sein kann, fast komisch erscheinen, wenn er den Causalitätsne.rus zwischen der redlichen und gewandten Vertretung einer Sache und deren steigender Gunst bei dem Publikum arizuerkennen sich weigert. Allerdings wurzelt der Schriftsteller wie sein Publikum in demselben höher:: Zeitbewnßtsein, und dieses dringt in der GesammLheit durch,- eben weil es die herrschende geistige Macht ist; allein der Schriftsteller ist eben das geeignete Organ dieses Bewußtseins, - es hat sich in ihm zur größer:: Klarheit entwickelt,- er vermag es daher auch in größerer Klarheit Vorzufuhren und die Masse dafür empfänglich zu machen: Dies ist sein ^„Verdienst." Haben nun die Vertheidiger der Emancipation der Inden den „Zusammenhang" zwischen dem allgemeinen Zeitbewußtsein und ihrem spciellen Gegenstände „ausgesucht und wirklich dargestellt," wie B. selbst sagt *),'nun, so kann ihnen wahdlich ihr Verdienst nicht entzogen und nicht geschmälert werden. „Allein die Verteidiger der Juden-Emancipation haben in einer Zeit, in welcher sich die Kritik an Alles, was die Welt bisher beherrschte, gewagt hat, die Juden und das Judenthum kurz und gut das sein lassen, was sie sind, oder vielmehr, man fragt nicht einmal, was sie sind,." Nun, gesetzt, sie hätten dies wirklich geHan, sie hätten von einer Entwickelung des Judenthums *) Seltsam ist es , daß in N. 287 der Jabrb. dies als Druckfehler bezeichnet wird und ein „nicht" ausgefallen sein soll; früher war es nur Znconsequenz, nun wird es absichtliche Entstellung.