Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1844
- Issue
- Heft 2
- Article
- Bruno Bauer und die Juden
- Date
- 1844-01-01
- Page
- Seite 211 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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IV. Bruno Bauer und die Juden. 211 oder Hinabdrücken, well er für die Gesundheit eines jeden Gliedes bedacht sein muß, das wirklich kranke von selbst abstirbt, noch die' Individuen nach ihrer besondern Meinung ansehen, insofern nicht ein positives, der Gesellschaft schädliches Verbrechen daraus entstanden ist, er traut seinem gesunden pulsirenden Leben Kraft genug zu, die richtige Meinung zu erzeugen und überwiegend zu machen, so , daß er der materiellen Gewalt nicht bedarf, um eine irrige Meinung niederzuhalten, ja dieselbe schädlich wäre, weil sie die Lebensströmung verhindert. Der neue Staat wird sich aber auch vor einer doppelten Abschließung sehr hüten. Indem er sich nämlich als ein Ganzes betrachtet, kann er doch nicht außer Augen lassen, daß er wiederum btos ein organisches Glied eines höhern Ganzen, der Menschheit ist, der er. durch räumliche Abgrenzung als Werkzeug dient, weil die gegenseitige Einwirkung auf engerem Gebiete um so fruchtbarer ist) er muß sich hüten, in den alten volksthümlichen Staat zurückzufallen. Nicht minder hat er auch die andere Abschließung zu fürchten, die ihn in seiner zeitlichen Gestalt für das plus ultra ausgiebt, ihm seine unendliche Entwickelungsfähigkeit entzieht, ihn als den „absoluten" preist, und ihn dadurch leicht in den Meinungsstaat-zurückwirft mit allen seinen traurigen Konsequenzen; er muß vielmehr gerade aus die Entfernung aller Hemmnisse denken, die der Entwickelung in den Weg treten können. Auf dem Wege zur Verwirklichung dieser neuen Staatsidee gab es und giebt es Halbheiten, unter denen wieder ganz besonders die Juden leiden,--weil beide Elemente des mittelalterlichen Staates gänzlich besiegt sein müssen, ehe auch sie der vollen Freiheit sich erfreuen werden, es gab auch Schroffheiten, welche gerade im Glauben, die Idee zu verwirklichen, sie zerstören. Noch immer wollte und will man einen gewissen, wenn auch fließenden, Ständeunterschied beibehalten) und desgleichen, wenn man auch das positiv-kirchliche Element/ als für den Staat bedingend, aufzugeben sich gedrungen hielt, sa glaubt man sich doch an das Allgemein-Christliche halten zu können, obgleich dieses doch erst seinen bestimmten Inhalt in den einzelnen Kirchen findet, und von diesen die widersprechendsten Deutungen erfährt, und obgleich die' Entwickelung im Schooße des Protestantismus so verschieden Auslegungen dieses Begriffes erzeugt hat, daß der Staat an ihm