Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1844
- Issue
- Heft 2
- Article
- Bruno Bauer und die Juden
- Date
- 1844-01-01
- Page
- Seite 209 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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!V. Bruno Bauer und die Juden. 209 SLaudesunterschied allein hätteihn jedoch nicht so Lief hinabgedrückt, da es theils dein Einzelnen doch immer gelingen konnte, die feudale Absperrung zu durchbrechen, theils auch gerade der Handel durch seine freie Bewegung dem ihn Betreibenden.leicht eine Erhebung über andere Stände gestattet, wie . denn der christliche Kaufmannsstand, als die Völker einen solchen unter sich bildeten, sich zum Kern des Bürgerthunis gestaltete; allein da eben trat nun das christlich-kirchliche ausschließende Element dem Juden in den Weg und half an ihm den Druck vollenden, welchen der Feudalstaat schon unternommen hatte. Die Bewohner des Staates sollten der christlich-religiösen Meinung huldigen, und wenn nun auch die Konsequenz dieses'Princips die völlige Austreibung und Vernichtung der Juden verlangte — wie sie auch nur gar zu häufig ausgeführt worden-—, so ging es doch wie mit jedem Principe, das seltener zu seiner einseitigsten Konsequenz sich hinaufschraubt, aber Ln seiner Halbheit lästig genug wird, und so verfolgte es den geduldeten Juden mit allerhand Quälereien; dazu kam, daß die Kirche doch die Juden-lieber erobert, das heißt zu ihrer Anerkennung gezwungen, als äußerlich vernichtet sehen mochte, und daß man durch , das feudale' Element daran gewöhnt war, verschiedene einander untergeordnete Klassen anzuerkennen und daher auch den Juden wegen seiner Meinung meistens genug bestraft Hielt, wenn er die unterste Klasse einnahm, recht- und schutzlos allen Ve.rationen preisgegeben. Das konsequente Princip gänzlicher Vernichtung wurde daher mehr angewendet gegen die Ketzer im eigenen Lande, die der herrschenden Kirche selbst ihre Meinung rauben wollten und keinen untergeordneten Stand einnahmen, wie auch gegen die Ungläubigen, welche eigene Staaten zu bilden sich vermaßen, die Saraeenen, während man den Juden meistens in untergeordneter Stellung duldete. Der' neue Staat oder der Staat als lebendiger -Organismus und die Juden. ' Der mittelalterliche Staat, wenn er noch Staat zu nennen ist, mußte sich durch seine innere Haltlosigkeit aufreibm, er zerfiel in einen losen Verband von einzelnen Stücken, die gegen einander