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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1844-01-01 · Heft 2 · p. Seite 208

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1844
Issue
Heft 2
Article
Bruno Bauer und die Juden
Date
1844-01-01
Page
Seite 208 (sequence 10)
Language
German
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208 V!. Bruno Bauer und die Juden. Umfang ward ein zufälliger, während er ehedem im Volke gegeben war, das noch über ein unterworfenes Gebiet herrschen konnte, einen eigentlichen Inhalt hatte er nicht mehr. Zwei andere Elemente traten nun ein, von denen das eine enger, das andere weiter als der Staat war, daher dessen Gehalt nicht ausmachen konnten. War der Staat seinem Begriff nach geschwunden, so traten um so schäfer die einzelnen Klassen der Bewohner nach felbstgewählten Lebensberufen und Ständen hervor, und dies ist das feudale Element; mit der Selbstbeschränkung auf die eigne enge Volksthümlichkeit, die auch eine geistige Abrundung derlieh,. war aber auch der ganze-geistige Halt verloren gegangen, und es ward dem Bestreben der jüdischen Sekte, welche die Verheißung, wonach die bis dahin blos jüdisch-religiöse Betrachtungsweise sich der ganzen Menschheit bemächtigen solle, als schon jetzt der Verwirklichung fähig erklärte, es ward dem Christenthume leicht, sich Eingang zu verschaffen, und anfänglich vom alten Staate, der das Hinausgreisin über seine.Gränze nicht dulden konnte, bekämpft, ward es herrschend, als der Staat zerfiel. Damit ward rinn auf der einen Seite den Bewohnern die volle gleiche Berechtigung entzogen, indem jeder Stand seine eigne hatte, auf der andern aber der blos zufällige Staat zum Diener der Meinung, dev Kirche gemacht, und es mußten diejenigen Einwohner, welche der vom Staate als geistigen Mittelpunkt aufgenommenen Meinung nicht huldigten, nicht als voll in ihn aufgehend betrachtet werden. Beide Elemente vereinigten sich nun, um den Juden in die tiefe Erniedrigung zu bringen, gegen die er noch heute zu kämpfen hat. Indem eine jede Klasse der Bewohner unter den herrschenden Völkern ihren Stand behauptete, wurde auch dem Juden, der nicht in dem Völkergemische aufgegangen war, gleichfalls sein eigner Stand angewiesen, aber nicht nach seinem Berufe, sondern eben als Jude, er war der letzte Ring in der feudalen Kette, und ausgestoßen aus den andern sich nach gewissen Gewerben fest abgränzenden Ständen konnte er sich meistens nur in dem freiesten individuellsten, schwebenden Stande des Kaufmanns sein Plätzchen suchen, obgleich er auch in Ländern, wie Polen und Rußland, wo das ganze industrielle Leben nicht gehörig repräseutirt war, auch als Handwerker und dergl. sich sistschte. Dieser feudale

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