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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1844-01-01 · Heft 2 · p. Seite 205

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1844
Issue
Heft 2
Article
Bruno Bauer und die Juden
Date
1844-01-01
Page
Seite 205 (sequence 7)
Language
German
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205 IV. Bruno Bauer und die Juden. indem vielmehr ein jeder Stamm nach möglichster Ausbildung, aber auch nach der Unterjochung der übrigen Stämme strebte) so verfuhren die Römer,'die höchstens Bundesgenossen kannten, aber immer die Herren bleiben wollten, der Staat, wenn er sich auch erweiterte, war nur für das eine.Volk, das sich die Menschheit war, vorhanden, nicht für die Gesammthcit, die er umschloß. Ein feudales Element, das in der Natur der bürgerlichen Gesellschaft liegt, indem großer Grundbesitz, zum Danke auffordernde Erinnerungen an hervorragende Vorfahren, ererbte Achtung und leichterer Umgang mit den Angesehensten nolhwendig überwiegenden Einfluß erzeugen, ein feudales Element fand sich auch, konnte sich aber doch nicht zu fester Geltung erheben) die Aristoi und der Demos, die Patricier und die Plebejer waren da, bekämpften sich aber, und die Form der Staatsverfassung schwankte .in dem Übergewichte, welches dem einen oder andern Theile zugestanden wurde. Die Staatseinheit besiegte die Auflösung des Staates in einzelne Stände, aber war auch ganz abgeschlossen, was daher mit Recht als elastische Form betrachtet wird und die Produkte des elastischen Geistes bezeichnet, eine Abrundung innerhalb einer Sphäre, ohne Sehnsucht aus dieser Beschränkung in das Umfassendere überzugreiftn, die in sich ruhende Befriedigung. Ein Widerspruch zwischen Staat und Menschheit, zwischen Staat und Kirche war nicht vorhanden. — Nur das jüdische Volk hatte bereits von Vorn herein diese Stufe überwunden, den Widerspruch alsbald gefühlt) es war der Träger der gesunden Romantik. Das jüdische Volk hielt sich als den vorläufigen Repräsentanten der Menschheit, der nun gleichfalls die andern Völker, wie sie sind, auszuschließen hat, aber zugleich mit der Hoffnung, sie einst alle mit sich zu vereinigen; seine eigenen Stämme gleichberechtigt zu umfassen, hielt es schon jetzt für seine Aufgabe, und als sie dennoch in zwei Reiche zerfielen, war die enge Verbindung, die gänzliche Einheit derselben die Sehnsucht aller Edlern. Das jüdische Volk hatte ein Bewußtsein über seine eigene, enge Volksthümlichkeit hinaus, es hatte ein umfassendes religiöses, ein kirchliches Element. Sein Geist war daher nicht plastisch und nicht episch, nicht den engen Zustand Ln seiner vollkommenen Umschließung als ein Vollendetes darstellend, nicht dm 14*

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