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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1844-01-01 · Heft 2 · p. Seite 203

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1844
Issue
Heft 2
Article
Bruno Bauer und die Juden
Date
1844-01-01
Page
Seite 203 (sequence 5)
Language
German
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203!V. Bruno Bauer und die Juden. abzuwehreri, vorhanden ist. In dieser gerechten Erwartung und Hoffnung bin ich getäuscht worden. Herr Bauer geht nicht allem nicht von allgemeinen Grundsätzen aus, aus denen er die praktischen Folgerungen entwickelt, sondern es bleibt sogar ziemlich dunkel, ob seine Behauptung, die Juden seien durchaus nicht als gleichberechtigte Glieder des Staates anzuerkennen, sich/lediglich auf den von ihm sogenannten christlichen Staat, was ihm mit dem bestehenden Staate identisch ist, bezieht, fein Kampf gegen das Judenthum und die Juden blos eine Diversion sein soll in seinem umfassenden: Kämpft gegen Christenthum und Christen, oder ob den Juden auch in seinem „freien Staate" die volle Aufnahme in den Vürgerverband versagt bleiben muß — wofür jedoch allerdings die ganze Haltung des Aufsatzes spricht. Es bleibt ebenso dunkel, ob in dem „freien Staat" die Bekenner des Christenthums, „der Konsequenz des Judenthums," nicht gleichfalls die Entziehung der eigentlichen.vollen Theilnahme am Staate zu gewärtigen Haben; hierüber ist keine Andeutung gegeben, während der ganze Gedankeninhält des Aufsatzes diese Folgerung gebietet. Die bestimmte Aussprache Vieser Folgerung hätte aber ebensowohl die größere Unparteilichkeit bekundet, als nicht blos gegen Juden, den größer:: Muth, als nicht blos gegen die Schwachen und Unterdrückten, sondern auch gegen die jetzt Starken und Bevorzugten gerichtet, und den Juden den freilich leidigen Trost gewährt, sie würden in dem „freien, Staate" nicht allein unglückliche" Sklaven sein. ' Nicht minder > bleibt unausgesprochen, daß ' der „christliche Staat," seiner innersten Natur, nach, nothwendig auch geborene Christen, überhaupt Nichtjüdcn, welche aber das Christenthum verwerfen, gleichfalls nicht blos vom theologischen Lehramte, sondern von jedem Lehr- und jedem Staatsamte und überhaupt von der vollen Theilnahme an dem Staate und dessen Rechten ausschließen müsse, ein Ausspruch, welcher gleichfalls von der wahren Unparteilichkeit Bauers, indem er die Konsequenzen seiner Auffassung von dem bestehenden Staate sogar auf sich selbst an- ' zuwenden nicht Scheu getragen, das rechte Zeugniß abgelegt hätte. Allein lassen wir-die Dunkelheiten, und bestreben wir uns vielmehr, einen sichern Boden zu gewinnen, auf dem wir zu praktischen Skesuttaten gelangen, auf dem uns dann auch die ganze Züd. Zeitschr. V. Bd. 14

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