Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1844
- Issue
- Heft 2
- Article
- Bruno Bauer und die Juden
- Date
- 1844-01-01
- Page
- Seite 202 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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202 IV. Bruno Bauer und die Juden. die „literarische Zeitung" und Blätter ähnlichen Schlages haben Recht, wenn sie bei Demonstrationen dieser Art von „Judenjungen" sprechen, denn wie die Juden im Allgemeinen, so manchem Gelüsten zum Trotze> nicht alt werden wollen, so scheinen sie auch in ihren bürgerlichen Bestrebungen immer jung zu bleiben und nicht in den trägen Egoismus des Alters zu verfallen, der in jedem Emporstreben eine Anmaßung und Beeinträchtigung der eigenen Gemächlichkeit erblickt. Es ist ein herrlicher Beweisvon der Schöpferkraft der deutschen Sprache, daß sie in einen so knappen Ausdruck so Bedeutungsvolles zu legen weiß, es ist ein herrlicher Beweis — diese Bezeichnung: Judenjunge! Doch bleiben wir bei Herrn Bruno Bauer oder vielmehr treten wir ihm endlich einmal näher! Was soll der Staat sein? Hat das positive religiöse Vekenntniß einen Einfluß auf die Stellung des Einzelnen im Staate wie er sein soll, und welchen hat es? führt das BekennLniß zum Judeuthum in dem Staate, wie er sein soll, .für diesen Bekenner eine eigenthümliche Stellung im Staate mit sich, und welche? Auf welcher SLaatsentwickelung zum Staatsideale befinden wir uns jetzt, auf welcher Entwicklungsstufe befindet sich das Judenthum und die Juden jetzt, und welche vorläufig nothwendige Stellungen ergeben sich aus diesem Mangel an Vollendung? Diese Fragen waren es, deren Beantwortung ich in dem Aufsatze: „die Judenfrage" von dem Bäuerischen Standpunkte erwartete und auch hoffte, erwartete, weil man berechtigt ist, von Bauer die eng gegliederte Behandlung einer Frage zu verlangen, hoffte, nicht etwa Ln der Voraussetzung, die Antwort werde nothwendig für die Juden günstig lauten —ich habe mich keineswegs in Herrn Bauer getäuscht, daher mir auch keine Illusionen über seine Ansichten gemacht —, sondern weil zur Lösung einer jeden Zeitfrage die klare Stellung, die philosophische Behandlung derselben sehr förderlich ist, dann aber auch weil einem Manne, der seine Behauptungen in geordneter Gedankeufolge aufbaut, sobald man die Schwäche der Principien .oder die Unangemessenheit der Folgerungen erkannt zu Haben glaubt, leichter und sicherer entgegenzutreten ist^ weder die Furcht mißzuverstehen, noch die schwere Aufgabe, sprungweise bald hier bald dort den Angriff