Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1844
- Issue
- Heft 2
- Article
- Über Onkelos und seine Übersetzung des Pentateuch'
- Date
- 1844-01-01
- Page
- Seite 192 (sequence 18)
- Language
- German
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192 M. Ueber Onkelos und seine Uebersetzung. Targums war mit ein Grund seines bedeutenden Einflusses. Dieser erstreckte sich aus Kasuistik des Thalmuds, Vibelübersetzung und später besonders aufLerikographie. -- Wir haben schon im Verlauf unserer Untersuchung Gelegenheit gehabt, darauf aufmerksam zu machen, wie die thalm. Lehrer oft das, Thargum als entscheidende Autorität für ihre Meinungen anführen, aber überhaupt hat wohl'durch seine Vermittlung die Kasuistik leichter Eingang beim Volke finden können. Denn'da dieses in früherer Zeit nur durch Vermittlung der chaldäischen Übersetzung die heil. Schrift verstand, und jene in sehr vielen Stücken der traditionellen Auslegung folgte, so fand man das mündliche Gesetz auch sogleich in dem biblischen Terte, und als man später das Studium des Originals wieder aufnahm, waren die thalinudischen Auslegungen so in das religiöse Leben und in die Vorstetlungsweise der Juden übergegangen, daß man an der etwaigen Disharmonie des mündlichen und schriftlichem Gesetzes gar keinen Anstoß nahm*). Da das .Thargum, gleiche Geltung mit der heiligen Schrift in früherer Zeit hatte, so gebrauchte man es auch als Anknüpfungspunkt für die Hagada**), ähnlich wie die Haphtara, was von dem Vortragenden um so leichter geschehen konnte, da. diese dem Hörer frisch im Gedächtnis; waren. — Von Bedeutung ist auchder Einfluß der Labyt. Übersetzung auf die alten Ver- (wie es auch d." Pesch, übersetzt), während das babyl. Thargnm hat (s. Gittin ft 68 b. ) -- Ein ähnliches Verhältnis; wie Hier zwischen dem Thalmnd und dem Thargnm ist auch zwischen Ephraem S. und der Peschito. Vergl. Wiseman „(luiü kuerit 8^ri5 pürue, Npüraemo itznolun?' und Hävernik (a. a. O.) . S. 91. / . r krk) Bergt. ^Vinor, cw Onboloso p. 16 und Rota 16; dadurch erledigen sich auch die Einwurfe. die man aus Gfrörer's Urchrsstenthum I. S. 55 ff. berbringen konnte. An andern Stetten mochte vielleicht wirklich das' durch andere Mittel als durch das Thargum erschlossene Sprachverständnis) der heiligen Schrift, ^neben. andern Ursachen, zum Schisma der Nabbaniten und KaraLtett beigetragell haben. Vergl. ZuuZ (a. a. O.) Dl 3L6.