Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1844
- Issue
- Heft 2
- Article
- Über Onkelos und seine Übersetzung des Pentateuch'
- Date
- 1844-01-01
- Page
- Seite 180 (sequence 6)
- Language
- German
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*180 ' II! Ueber Onkelos und seine Nebersetzung. Daß bis jetzt noch so' manche Verwirrung über das Zeitalter ,und das Leben des Onkelos herrscht,' ist lediglich dem Umstande zuzuschreiben: daß man bei der Untersuchung über diesen Gegenstand'ältere Quellen der jüdischen Tradition von jüngern nicht gehörig unterschied, und so, jedem Ausspruche gleiches Gewicht beilegte; Umr durch Vermeidung dieses Fehlers, dürfen wir hoffen, der Wahrheit uns zu nähern. Die Mischna kennt weder einen Onkelos noch dessen Übersetzung *). Die Tosephta (im obne Zweifel die ,Färbung des damaligen Zeitalters angenommen, wahrend sie sich jetzt conseguent von den später« Paraphrasen unterscheidet. Ein Gleiches liefe sich von dem Prophetenthargum Ion. b. Usiel's behaupten, das jedenfalls bedeutend älter als da.S jeruft Tdargmn ist. f . Aber ebenso müssen wir die Mnilung Zunz's für das zu' frühe Aufschreiben des Onkelos-Thargunt in Ansprlich' nehmen. Zunz rneint nämlich (S. 61_ ff. ^a. a. O ) „geschriebene Thargumim habe es sicherlich schon unter den Hasmonäern gegeben, da man . schon früh anfing, den Pentateuch in's Griechische' zu übersetzen und man also ähnliches in -Palästina und Babylon hinsichtlich der dorrigen Mundart erwarten sollte." Allein wie geringen Eindruck «rächte z- B. dis Nebersetzung der auf die' Juden außerhalb Aegypten! Außer einer dürftigen und fabeld'"- haften Notiz über' die Entstehung jener Uebersetznng, weis; der "Thalmud nichts von ihr,-und namentlich wird sie meist in Widerspruch mit unserer Septuaginta angeführt. — Daß ein Thargum über Hiob im ersten Jhd. (bei einem Privaten!) - eristirte, was aber auch als Seltenheit und nrit tadelnder Bemerkung angeführt wird, läßt eben so wenig wie das vom B. Esther (Meg. f. 3a'?) und den Psalmen auf ein früh allfgezeichnstes Pentateuch-Thargum schließen, da gewiß sonst auch wohl eine Spur in der Mischna und den älter« thalmudischen Schriften Vorhände» - wäre. Auch, ließ man wohl cher eine Aufzeichnung jener B. B. theils ihrer minder großen Heiligkeit, theils ihres schwierigern Verständnisses wegen und aus geringerer Befürchtung vor Mißbrauch zu, als beim Pentateuch. Zunz's Behauptung scheint - auch wohl nur eine Consequenz der Annahme zu sein: daß zur Zeit Philos Onkelos ein Thargum verfaßt habe, und dürfte jene Meinung, fällt diese, sich wohl nicht erhalten. *) Ueber eine Uebersetznng aus Onkelos im Jatkut, die in der Mischna Vorkommen soll, s. Näpoport Kerem Ehemed 6. Heft - S. k2l.