Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1844
- Issue
- Heft 2
- Article
- Der Monotheismus in sittlicher Beziehung
- Date
- 1844-01-01
- Page
- Seite 171 (sequence 20)
- Language
- German
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n. Der Monotheismus in sittlicher Beziehung 17! Treue, bewahrend die Liebe bis inS tausendste Geschlecht, vergebend Frevel, MissethaL und Sünde!" -') „Verlange ich denn den Tod des Sünders, spricht Gott, und nicht, daß er von seinem Wandel sich bekehre und am Leben bleibe?" * * ***)^) „Die Straft des Ewigen ärgere dich nicht und seine Züchtigung sei dir nicht zuwider^ denn Solchen, den er liebet, züchtiget der Ewige und wie ein Vater den Sohn, dem er wohl will." Wie könnte nun hier die Lehre fehlen, daß auch wir denen vergeben müssen, die sich an uns versündiget haben? Zwar sagt Jesus Ln seiner Bergpredigt (Matth. 5, 43.): „Ihr habet gehört, daß gesagt ist: du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen," und es hat nicht an solchen'gefehlt, die dies, ohne jeden Argwohn, auf das hebräische Gesetz bezogen, aber es gehört viele Unwissenheit dazu, dies zu thuu. ch) Vielmehr ist hier unwillkürlich ein Grundsatz, oder doch die Handlungsweise des heidnischen Alterthums angedeutet, über welche sich nur Einzelne erheben mochten. Den verhaßten Feind demüthigen und vernichten galt ihm im Allgemeinen als gebührendes Streben einer tapftrn Gesinnung, und er *) 2 Mos. 34, 6. 7. ") Ezechiel 18, 23. - ***) Spr. 3, 11. 12. -f) Uns wenigstens scheint, zur genügenden Erklärung dieser Stelle,, sich kein anderes Mittel darzubieten, als die Annahme, haß ein „nicht" ausgefallen: „ 6 u " cr§L§ -ror/ v. Denn außerdem, daß es keine Stelle in den Büchern Mosis giebtauf die sich diese Anführung beziehen könnte, , so ist überhaupt sin G e setz, das persönlichen Haß gegen Jemanden fordern solltekaum denkbar. Liest man aber die Stelle nach unserm Vorschlags, so findet sie sich in vollkommenem Einklänge mit Z Mos. 19. 17. 18. (welches doch offenbar die Parallelstelle ist) und namentlich wenn man den Text der L^XX. gegenüber hält: ou Die Steigerung läge dann in der, für das nicht hassen gebotenen, positiven Liebe des Feindes (welche aber die Worte Mosis, nach unserer bald folgenden Bemerkung, gleichfalls schon andeuten). Eine entsprechende bloße Steigerung findet sich auch V. 27. 28. Jüd. Mschr. V. Bd. 12