Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1844
- Issue
- Heft 2
- Article
- Der Monotheismus in sittlicher Beziehung
- Date
- 1844-01-01
- Page
- Seite 170 (sequence 19)
- Language
- German
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170 I! Der Monotheismus in sittlicher Beziehung. wir Brod und waren glücklich und erfuhren keine Uebel, aber seitdem wir aufgehört haben, der Königin:: des Himmels zu opfern und ihr Libationen darzubringen, fehlt es uns an Allem und kommen wir um durch Schwert und Hunger." Diese Verirrungen waren nämlich die Folge davon, daß man mit jenen Völkern factisch nicht so streng verfahren, als das Gesetz es forderte. Aber mit andern -Nationen durften bekanntlich Bündnisse geschlossen werden und freundliche Beziehungen Statt finden, und Individuen derselben, die sich in Jerusalem besetzen wollten, lebten dort in günstigen: Verhältnissen als in Athen (oder — jetzt Israeliten in der Schweiz). Denn das Gesetz: „Liebe deinen Mitmenschen, wie dich selbst" wird, nach seiner monotheistischen 'Grundlage, ausdrücklich auch auf Nicht-Israeliten' ausgedehnt: .„Wenn sich ein Fremdling in eurem Lande aufhalt, so drücket ihn nicht, gleich dem Einheimischen soll auch der Fremdling sein, der bei euch weilet und sollst ihn lieben wie dich selbst) denn Fremdlinge wäret ihr im Lande Ägypten/^'-) „ihr kennet die Stimmung des Fremdlings"^). „Denn der Ewige, euer Gott, er ist der Gott der Götter und der Herr der Herren, der große, starke und furchtbare Gott, der nicht Ansehen achtet und nicht Bestechung nimmt. Er schaffet Recht dem Waisen und der Wittwe und liebet' den Fremdling, ihm zu geben Brod und Kleidung; so liebet den Fremdling, denn Fremdlinge wäret ihr im Lande Ägypten Seid ähnlich dem Einen Gott, der alle Menschen liebet. Auch das Gebot der Feindesliebe konnte nur im Zusammenhänge dieser monotheistischen Lehre, von einer uneingeschränkten alleinigen Liebe sich darbieten. Denn der unwandelbar allgütige Gott muß es auch dem Sünder sein, und dies zeigt sich, nach der Lehre der heiligen Schriften, in der Langmuth , in der Sünden- Pergebung, ja in den Strafen selbst: „Ewiger! Ewiger! er-, barmungsvoller und gnädiger Gott, langmüthig, reich an Liebe und *) 3 Mos. 19, 33. **> 2 Mos. 23, 9. *"*) 5 Mos. 9, 17 — 19.