Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1844
- Issue
- Heft 2
- Article
- Der Monotheismus in sittlicher Beziehung
- Date
- 1844-01-01
- Page
- Seite 166 (sequence 15)
- Language
- German
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166!!. Der Monotheismus in sittlicher Beziehung. schm*). Daher wurde der Mord doch meist nur aus dem Gesichtspunkte persönlicher Sicherstellung der Freien im Heidenthume verabscheut, die Menschenopfer aber, als von den Göttern begehrt, und zu welchen man doch in der Regel Gefangene und Sklaven nahm, waren gestattet, ja Pflicht und verdienstliches Werk, während im Monotheismus umgekehrt die Menschenopfer zwiefach, als Mord und als abscheuliche, religiöse Verirrung, Todes- Verbrechen waren. ' Demnächst kommt jener engherzige Particularismus, gleichsam die Kehrseite der Vaterlandsliebe, in welchem selbst die Griechen Jeden, der nicht freier Bürger ihres kleinen Staates war, kaum irgend einer Berücksichtigung Werth hielten, andere Völker aber, unter der Benennung Barbaren, verachteten. Dies war es namentlich, was zur schonungslosen Behandlung der Kriegsgefangenen und der Sklaven führte, die, wo man nicht mehr Veranlassung fand, sie als Opfer zu schlachten, doch gänzlich der Laune, 'des mitunter erbarmungslosen Gebieters Preis gegeben blieben. In Nom betrachtete man die Sklaven gewissermaßen gar nicht als Menschen, sondern als Sache **); und ist es-nicht schrecklich, daß-dieses Geschick oft Männer traf, die, selbst mitunter aus den gebildetsten griechischen Städten, manchmal weiser und , edler, ja von besserer Geburt als ihre Herren waren? Denn es konnte ja dem Gebildetsten begegnen, im Kriege gefangen oder auf einem Schiffe geraubt und danw verkauft zu werden. Daß ihrer viele, um ausgezeichneter Eigenschaften willen, von gutdenkenden Herren frei gelassen wurden, was meist auch nur eine mildere Art von Dienstbarkeit bezeichnet, dies kann für die damals so vielfach wahrnehmbare Verkennung aller Menschenrechte in dem Sklaven nicht trösten. Wurden nicht in Sparta die Heloten fast wie wilde Thiere behandelt? ***) Und wie wenig war über- 1 Mos. 9, .6. In Hinsicht der nähern Äusführnng des letzten Gedankens' erlaube ich mir gleichfalls auf die eben angeführten „Bemerkungen^ zu verweisen. **) Mancipium. Cato ließ die altgewordenen verhungern^ Plut. ^^*) Plutarch erzählt, wie man sie nicht nur im Allgemeinen mit abscheulicher Grausamkeit behandelte, sie zwang zu trinken, um