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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1844-01-01 · Heft 2 · p. Seite 165

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1844
Issue
Heft 2
Article
Der Monotheismus in sittlicher Beziehung
Date
1844-01-01
Page
Seite 165 (sequence 14)
Language
German
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II. Der Monotheismus in sittlicher Beziehung. 165 Zuerst wurde die Menschenwürde'am tiefsten, am entsetzlichsten verkannt und in den Staub getreten in jenen blutigen Menschenopfern. Man kann dies nicht schärfer bezeichnen als mit den Worten des Propheten: „Menschen schlachten sie, Kälber beten sie an! " * **)) Aber nicht bloß im Lhleranbetendm Ägypten fanden, wie aus Vorstellungen auf den Tempelwänden zu ersehen, Menschenopfer Statt, nicht bloß in Phönicien und seinen Kolonien (s. oben) — der Statue des Moloch wird auch ein Stierhaupt beigelegt — sondern auch in Nom, in Griechenland, wo doch die Neligfon eigentlich eine Menschen-Vergötterung war, ja im ganzen Bereiche des Heidenthums fielen Menschen-Opfer, und man darf hierbei nicht etwa auf das, halb in das Gebiet der Sage gehörende Opfer der Iphigenie, oder auf jenes zurückgehen, das Achilleus den Manen des Patroklos darbringt, indem er eine Schaar gefangener Jünglinge an seinem Grabe schlachtet, nein! dergleichen geschah an vielen Orten noch Jahrhunderte nach dem Beginne der christlichen Zeitrechnung, und vergebens bemüheten sich römische Kaiser den Gräuel ausznrotten Zwar der Mord war verhaßt und die Fürchterlichkeit des Verbrechens, so wie die innere Ruhelosigkeit des Mörders, in der Mythe der ihn verfolgenden Furien und Erinnyen-, ergreifend aufgefaßt, aber es fehlte doch hier au einem obersten Princip der Beurteilung, nach welchem der Mord als eine unnatürliche Versündigung ander allgemeinen, auch dem Mörder selbst inwohnenden, Gotteswürde im Menschen erscheint, wie es die Lehre von Einem Gotte darbietet irw der Fassung des Gesetzes : Wer Menschenblut vergießt, dessen Blut werde durch Menschen vergossen, denn im Ebenbilde Gottes schuf er den Men- *) ysV'2^''N21 Hos. 13, 2. **) Vsrgl. unsere „Bemerkungen zu von Train's Geschichte der Juden in Regensburg" die in JtLgens Zeitschrift für historische Theologie abgedruckt sind. Wir suchten daselbst zugleich nachzu^ weisen, in wie fern mit jenen Erscheinungen die falschen Anklagen historisch, Zusammenhängen, die man vor alter Zeit, Ln Hinsicht des Gebrauchs von Menschenblut, gegen Christen und dann neuerdings gegen Juden geltend machte.

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