Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1844
- Issue
- Heft 2
- Article
- Der Monotheismus in sittlicher Beziehung
- Date
- 1844-01-01
- Page
- Seite 162 (sequence 11)
- Language
- German
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162 II. Der Monotheismus in sittlicher Beziehung. sag».: Md wenn er so viele Anhänger zählte, sw war es nicht seine Natürlichkeit, sondern vielmehr seine Sonderbarkeit, die sie ihm verschaffte, wiewohl auch zugleich das bessere Streben, sich der allgemeinen, überhand nehmenden Lüsternheit und Sittenlosigkeit zu widersetzen, das .Bedürfnis;, sich selbst . Gesetze zu geben, da sie die Volks-Religion nicht darbot. Der Epikuräismus, wenn vielleicht auch sein erster Ausgangspunkt gewesen sein sollte: Sei mäßig, um desto mehr zu genießen! hatte doch keine geistige, rein sittliche Grundlage, er war eben nur eine Verfeinernug der herrschenden Zügellosigkeit und Genußsucht und in seinem Wesen geeignet, sie zu vermehren. Lykurg und Plato wollten die individuellen Persönlichkeiten mit aller Thatkrast und allen 'Neigungen ganz anfgehen lassen in dem Interesse für das Gemeinwohl, irr der Liebe zum Vaterlande. Diese letztere wird zu allen Zeiten eine hohe Stufe im Bereiche der sittlichen Gebote einnehmen; „wenn ich nur für mich Lin, sagt Hillel, was bin ich?"**) Meres darf kaum gesagt werden, daß es für den Menschen, ein für Zeitlichkeit und Ewigkeit geschaffenes Wesen, Selbstpflichten giebt, die jene Pflicht nicht mit umfassen konnte. Aber jenes höchste SittengeboL des Monotheismus umfaßt nicht nur den ganzen Kreis der Selbstpflichten, sondern es lehrt uns auch ihre Rangordnung erkennen und die Collisionen der irdischen und der geistigen Pflichten in einer höhern Einheit versöhnen. LLL. Und wiederum auch unsere Pflichten und unser Verhältmsi gegen die Mitmenschen finden in der. Einheit Gottes ihre eigentliche Begründung und in der von uns geforderten Gottähnlichkeit 5 Mos. 30, 11. **) ^>,2 Spr. d. Vgter. I.