Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1844
- Issue
- Heft 2
- Article
- Der Monotheismus in sittlicher Beziehung
- Date
- 1844-01-01
- Page
- Seite 161 (sequence 10)
- Language
- German
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n. Der Monotheismus in sittlicher Beziehung. 161 sich selber einigend zum Wandel mit Gott: „Und nun Israel!' was fordert der Ewige, dein Gott, von dir, als daß du fürchtest den Ewigen, deinen Gott, daß du wandelst in allen seinen Wegen, und ihn liebest, daß du ihm dienest mit deinem ganzen Herzen und deinem ganzen Leben; daß du beobachtest seine Gesetze, damit dir wohl sei!" *) „Denn das Gebot, daß ich dir heute gebiete, ist dir nicht etwas Unnatürliches und Fernliegendes (bloß Äußerliches); es ist nicht im Himmel, nicht jenseits des Meeres, daß du möchtest sprechen: wer holt es uns herunter, herüber, und Lasset es uns hören, daß wir es üben? Sondern es ist dir. gar sehr nahe: in deinem Munde und in deinem Herzen daß du es thuest." **) Es kommt von Gott, dessen Bild, es ist sein, nunmehr (in Menschen-Worten, die du auf deinen Lippen trägst) offenbartes Gesetz, das, als tieft Ahnung deines gottähnlichm Wesens (vor der schon Kain seinen sündenvollen Blick nicht emporheben konnte) du in dir selber fühlest, dessen dein innersten Menschenwollen entsprechende Wahrhaftigkeit und Natürlichkeit dir dein eigenes Herz verbürgt. „Womit soll ich dem Ewigen entgegenkommen (mich ihm gleichsam zuvorkommend zeigen Soll -ich mich niederkrümmen vor dem Gott der Höhe? — Soll ich darbringen meinen Erstgebornen (vergl. 2 Kön. 3, 27.) für mein Vergehen, die Frucht meines Leibes für meine Versündigung? — Er hat es dir gesagt/ o Mensch! was gut ist und was der Ewige von dir fordert: nur Recht thun, Milde lieben und demüthig wandeln mit deinem Gott." Micha 6, 6 — 8. Sei heilig! sei ähnlich den: Einen Gott! lautet also der Friedensbund des Menschen, nicht nur mit seinem Schöpfer, sondern auch mit sich selber. Das Heidenthum war offenbar vielfach verlegen um einen obersten Grundsatz der Selbstpflichten. Der Stokismus, der -Selbstbeherrschung an die Spitze stellte, ward dadurch einseitig und ertravagant, man konnte von' ihm nicht *) 5 Mos. 10, 12. 13. ") 5 Mos. 30, 11-14.