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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1844-01-01 · Heft 2 · p. Seite 160

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1844
Issue
Heft 2
Article
Der Monotheismus in sittlicher Beziehung
Date
1844-01-01
Page
Seite 160 (sequence 9)
Language
German
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160 II. Der Monotheismus in sittlicher Beziehung. Daß die erste sowohl als die zweite Bedingung dieser . Selbst-Einigung im Polytheismus vielfach, gefährdet war, daß sie nur der Monotheismus ganz erfüllen kann, liegt am Tage. Durch Orakel und Priester thaten die Götter ihren Willen, ihre Ansprüche den Menschen kund; der Wahn, der Aberglaube trat , als, Gesetzgeber auf! Welche moralische Vollkommenheit konnte eine Gesetzgebung haben, die von Gottheiten ausging, die selbst so unvollkommen gedacht wurden? Wie Manches mußte da als göttliche Forderung auftreten, was dem bessern, menschlichen Gefühle widersprach! Welcher Autorität sollte der Sterbliche nun ' folgen? und wenn er, vom Wahne und seinen Helfern und Priestern überwältigt, der einen folgte, wie sollte er mit der andern sich versöhnen? Mit welchem Abscheu mußte der rein und edel Fühlende von jener Unzucht erfüllt werden, die den Göttern geheiligt war? — Uns schaudert, wenn wir im Diodor (H. 14.) lesen, wie einst in Karthago die Kinder der edelsten Häuser in einem Opfer dem Saturn dargebracht wurden, um die Ungnade des Gottes vom Lande abzuwenden.' Aber was mußten erst jene Eltern selbst fühlen, wenn sie ihre Kinder dem gräßlichen Feuertode Preis gaben? Sie durften, sie wollten den Ansprüchen des Gottes sich nicht entziehen — aber es hieße die Göttlichkeit und Ursprünglichkeit unseres innern SiLtmgesetzes in Zweifel ziehen, wenn wir glauben wollten, es wäre in jenen Allen ganz vernichtet gewesen, es wäre gleichsam bis auf den letzter Rest in ihrer furchtbaren Mänbigkeit aufgegangen. Und wenn dies nicht war, wie sollte je Friede in das Herz kommen, das sich so blutig an sich selbst versündiget? wie sollte es sich in der Nacht dieser Zweifel und dieser Widersprüche, wie sich in sich selber zurecht finden? Erst der Monotheismus gab Ruhe, Licht und Wärme . in - der düstern Irre dieser Trostlosigkeit "*)). Denn er stellte als einen seiner wichtigsten Grundsätze auf, daß,.Gott -Nichts verlange, was dem reinen Gefühle des eignen Herzens, widerspreche, und anderseits daß der Mensch sein wahres Glück nur finden könne, sich in 4 2 Mos. L4. 20.

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