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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1844-01-01 · Heft 2 · p. Seite 159

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1844
Issue
Heft 2
Article
Der Monotheismus in sittlicher Beziehung
Date
1844-01-01
Page
Seite 159 (sequence 8)
Language
German
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II. Der Monoiheismus in Mllcher Beziehung. 159 Lebens ihre volle.Geltung gewinnen. Wenn, wie es in dem Wesen der Göttlichkeit bedingt ist, Gott einig, und wenn ferner die Gottähnlichkeit doch in der That keine bloße Theorie, sondern das eigentliche Gepräge unserer innersten, geistigen Natur . ist, so muß auch uns die Gewinnung innerer Einigkeit, wie obenangedeutet, als, das höchste Ziel unserer Vervollkommnung und Selbstpflicht erscheinen. In so fern nun die höchste Aufgabe unserer' Verstandeskräste, die letzte Stufe unseres Wissens- Triebes das Erstreben der Erkenntnis Gottes, als des ewig Wissenswerthesten ist, in so fern nächstdem, als Resultat dieser Erkenntnis, eine ihrem Grade entsprechende Freude am Anschauen der göttlichen Vollkommenheit, d. i, Liebe zu Gott, in ihrer nothwendigm Verbindung mit^Dankbarkeit, Vertrauen und Ehrfurcht, sein wird, eine Liebe, die sich nicht nur passiv verhalten, sondern wo .sie kann, thätig hervortreten wird, so ist.diese Seite der Einigung unseres Wesens bereits in dein oben besprochenen Satze: „Liebe Gott mit ganzem Herzen, ganzem Leben und allen (zeitlichen und geistigen) Kräften" bezeichnet, der sich auf diese Weise zugleich als Gottes-Pflicht' und als SelbstpflichL darthut. , Aber diese Vereinigung aller Kräfte, Empfindungen und Lebensthätigkeiten in dem Anblick des heiligen Gottes, wird ihnen zugleich den einigenden Maßstab ihrer moralischen Selbstverkommnung darbieten, mit dem Schrift-Gebote: „Heilig sollt ihr sein, denn heilig bin ich, der Ewige, euer Gott! " *) Und diese Heiligung unseres Wesens im /Abglanze der göttlichen Heiligkeit, wird in zwiefacher Weise die, unser wahres Lebensglück begründende, moralische Einigkeit des Innern, den Seelenfrieden, im führen; für's Erste, indem sich nicht im Namen irgend einer hohern Macht und Gottheit, fürs Andere, indem sich nicht in unserm eigenen, etwa zeitlichen Interesse irgend eine Forderung geltend machen kann, die dem unerschütterlich inwohnenden, gottähnlichen Gefühle, des Guten und Rechten an sich, widersprechen und so den Zwiespalt in die innersten Räume unseres Herzens bringen möchte. ) 3 Mos. 19, 2.

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