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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1844-01-01 · Heft 2 · p. Seite 158

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1844
Issue
Heft 2
Article
Der Monotheismus in sittlicher Beziehung
Date
1844-01-01
Page
Seite 158 (sequence 7)
Language
German
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158!l.., Dep. Mpnotheismus in sittlicher Beziehung. neu Seele glauben, sprechend mit dem Psabrüsten: „Vergeht auch mein Fleisch und Herz: Meines HerzensFels und mein Theil ist Gott für ewig.. .In Hinsicht der Gottahnlichkeit selbst, läßt sich sagen, daß, wenn diese Lehre im Heidenthum, im geistigen Sinne, auch wirklich dagewesen , wäre, sie sich in ihm nie.nach ihrem-vollen sittlichen Gehalte, .entwickeln konnte. Da. rnan, wie oben ängedeutet worden, von dem Göttlichen, seinem mtwandelbaren.Wesen nach, keine klaren Vorstellungen hatte, so konnte dies eben so. wenig bei der Gottahnlichkeit der Fall sein. . Was die .Griechen betrifft, so' ließe es sich eher so fassen, daß ihre Götter Ebenbilder., d er Menschen waren. . Nach der Meinung Einiger sollen sie sogar Alle, wie dies bei dm v erg ötterten Heroen,der Mythe nach, der Fall war, einstMenschen gewesen sein, Könige, die nach ihrem Tode die Verehrung' Ln den Himmel hoh. Wenigstens wurden sie meist (wie Jupiter) auf Erven gepflegt und geboren, und ein alter Schriftsteller hat sich die Mühe gegeben, ihre Gräbernachzuweisen. Sei dem indeß, wie ihm wolle, so bleibt es gewiß, daß ste in der That nur. die Apotheose des Menschenseins wären, und'zwar, nicht ni^r nach seinen Tugenden, sondern auch nach seinen Schwächen und Lastern, welche letztere durch solche göttliche Verklärung um so lockender für die Gläubigen werden mußten. Welch' fürchterliche Unzucht zu Ehren der Götter begangen wurde, ist bekannt und in den Mysterien. deS Bacchus, im Phallus- oder Lingam-Dienste mußte wohl jedes geistige Streben nach GottähnlichkeiL zu Grunde gehen. Nur in ihrer Verbindung mit dem. Glauben an Einen, und deshalb wahren und vollkommneu, Gott kann die Idee der GotLähnlichkeit ihren vollkommen, sittlichen Werth haben —- das Erstreben einer AHM mitunter schlechter als die Menschen selbst waren, konnte die letztem nicht weit führen — und nur innerhalb des Monotheismus konnte sich diese'Idee nach allen Seiten wahrhaft entwickeln und für alle Beziehungen des' *) Ps. 73, 26. **) Luhemern5.

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