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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1844-01-01 · Heft 2 · p. Seite 150

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1844
Issue
Heft 2
Article
Ist der Streit in der Synagoge ein Zeichen von ihrem Zerfalle oder von ihrem neuerwachten Leben?
Date
1844-01-01
Page
Seite 150 (sequence 12)
Language
German
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150 I. Der Streit in der Synagoge Helten da ist und die verschiedenen Denkrichtungen,/ die doch imnier vorhanden sind, in dem Gesammtbekenntnisse ihren Aus- . druck finden wollen, weil ihnen dieses nicht gleichgültig, ist, daß nur dann, sage ich, freudig und willig die Kräfte sich auch der Vertheidigung und dem nothwendigen Kampfe gegen Außen weihen, eben weil das Einzelinteresse in dem Gesammtinteresse seinen hohern Ausdruck gefunden hat. So ist es also eine oberflächliche Auffassung, wenn man von dem ernstlichen Verfolgen innerlicher Belebung abmahnt mit der Befürchtung vor Zerfall nach Außen, indem gerade jenes diesen verhindert. Allein dabei muß noch ferner die Wahrheit berücksichtigt werden, daß für die Sicherung und Verbesserung unserer äußern Lage wohl von unserer Seite etwas mit gewirkt werden kann, sie aber keineswegs zunächst von unfern Bemühungen abhängt. Denn nicht die Gewalt, die zertheilt nicht mehr geachtet würde, steht uns zur Seiten auch in der vollsten Vereinigung bleiben wir eine gar schwächliche Minorität, die die entgegenstehende bedeutendere Gewalt nur reizen könnte, und was wir durch Schrift und Wort, durch Bürgertugend und ächten Anschluß an das Vaterland leisten, würde nimmer nützen, wenn nicht die allgemeinen Ideen im Staate zu der Höhe sich emporgehoben haben, daß aller Kastengeist und Privilegienhascherei vor ihnen schwindet und mit ihnen auch die Ausschließungssucht gegen die Juden. Erhebt sich der Staat.zu seiner Gesundheit, dann werden auch wir in ihm ausgenommen,' mögen wir in uns zerfallen oder eompaet dastehen, schleicht der Staat in verrosteten Geleisen dahin, dann sollen wir wohl nicht müde werden, an unserer Veredlung zu arbeiten, unsre Ansprüche, ins Bewußtsein zu rnftn, damit wir, wenn der rechte Zeitpunkt eintritt, um so würdiger die Frucht aufnehmen, aber der augenblickliche Erfolg wird unseren Bemühungen immer entgehen, und sollten wir'auch noch so sehr wie ein Mann dastehen. Wozu also jene ewigen Vedenklichkeiteu, die uns nur in dem Wesentlichen, dem wahren Fortschritte hemmen, alle Kräfte lähmen, allen Eifer tödten, ein jedes freie Talent abwendig machen? Wir kranken schon lange genug an jenem nichtsnutzigen Halbheitssysteme, und wahrlich wir sollten uns freuen, wenn sich Aussicht zeigt, daß es zum Abzüge sich anschickt.

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