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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1844-01-01 · Heft 2 · p. Seite 148

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1844
Issue
Heft 2
Article
Ist der Streit in der Synagoge ein Zeichen von ihrem Zerfalle oder von ihrem neuerwachten Leben?
Date
1844-01-01
Page
Seite 148 (sequence 10)
Language
German
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IRI
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148 I. Der Streit in der Synagoge würdig sie zu vertreten, für sie zu kämpftm, während der träge Gewohnheitsmensch in seinem schlaffen Sichgehnlassen durch einen Angriff wohl sich aufgeschreckt fühlt, aber entweder bald wieder in seine Lethargie zurückfällt, wenn er nur noch theilweise wieder zu seinen GewohnheiteiL zurückkehren kann, oder doch jedenfalls nicht die rechten Kräfte zur Abwehr in sich fühlt, nicht die rechten Mittel zu ergreifen weiß, weil er den Punkt gar nicht erfaßt, gegen den er seine Anstrengungen richten soll. Bei einer größern Gesammtheit ist es noch mehr das Bewußtsein von dem Bande, das sie zusammen hält, die geistige Kraft desselben, die ihr den Sporn und den Math verleiht, für die Interessen der GesammtheiL in die Schranken zu treten. Wo in einem Volke das lebendige Gefühl von seinem volksthümlichen Werthe, wo ihm die Liebe zu seinen Institutionen und daher zu seinem Verbände fehlt, wenn es - sich nicht innerlich als ein einiges betrachtet und blos das zufällige äußere Band ihm seine Einheit vertreten soll, da hat auch immer — das belegt die Geschichte der alten wie der neuern Zeit mit gar vielen Beispielen —- der Muth und die Kraft gegen Angriffe von Außen nicht Stich gehalten, wenn auch scheinbar die vollste Einigkeit geherrscht hat. Als Bedrängnisse eintraten, da zerfiel die Einheit) ein jedes Glied wollte selbstständig für sich sorgen, was kümmerte es das Ganze, mit dem es sich blos lose verknüpft suhlte? War hingegen das innere Leben des Volkes hinlänglich geweckt, war die Theilnahme an den öffentlichen Angelegenheiten vorhanden, so mochte allerdings jener täuschende Schein völliger .Einigkeit geschwunden sein und an seiner Stelle Gegensätze schneidend hervortreten, aber sobald es galt, seine Eristenz gegen Außen'zu vertheidigen, seine Selbstständigkeit gegen fremde Angriffe zu wahren, da zeigte sich's, die tiefre Einheit war vorhanden, die Kräfte waren nicht abgenutzt durch die Übung im..Jnnern, nein, sie waren gestählt. Und so ist es nicht minder, ja so ist es noch mehr bei einer Glaubensgenossenschast. So lange in ihr träge Ruhe, kriechende, unsichtbare Bewegung herrscht, da mag wohl Mancher, dem der tiefere Blick versagt ist, sich der Einigkeit freuenz dennoch ist die Kraft zum Widerstande nicht da. Mam sehe nur auf die trübe Zeit zwischen 1815 und 1830 zurück! Im Allgemeinen welche

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