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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1844-01-01 · Heft 2 · p. Seite 147

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1844
Issue
Heft 2
Article
Ist der Streit in der Synagoge ein Zeichen von ihrem Zerfalle oder von ihrem neuerwachten Leben?
Date
1844-01-01
Page
Seite 147 (sequence 9)
Language
German
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ein Zeichen von Zerfall oder neuem Leben? 147 zeugung wird jetzt erst recht klar, aus der daun rasch, von selbst jene schleichend erworbenen Fortschritte im Leben als nothwendige Erzeugnisse sich ergeben. Allein, wendet man ein, magres immerhin sein, mögen diese Reibungen nothwendig sein, Beulen, die mit ihrem äußerlichen Hervortreten einen im Innern des Organismus vorhandenen Krankheitsstoff heraustreiben, damit aber auch bald wegschaffen,— mag es sein, däfi für das innere Leben der Juden durch einen Streit das Bewußtsein gefördert wird: allein wird dieser etwaige Vortheil nicht durch den bedeutenden Nachtheil ausgewogen, den eine Spaltung uns gegen Außen, hin bereitet? Es bedarf des ganzen Aufgebots aller unserer Kräfte, wenn wir den Andrang der mächtigen Ueberzahl von uns' abwehren, eine^ gesicherte Stellung im Staate behaupten und erringen wollen, und wie schwer wird es uns noch dann: wie sollte-nun ein Zwiespalt im Innern nicht, alle Kräfte nach Außen hin lahmen, uns ganz und gar jeder Laune, jedem augenblicklichen Einfalle Preis geben? Und welch bedeutenden Einfluß die äußere Stellung zugleich auf die innere Entwickelung übt, wie diese gehemmt wird, wenn jene schwankend ist und der vollen gesetzlichen Anerkennung entbehrt: wem wäre dies nicht durch Geschichte und Erfahrung bekannt? Also gerade seinem Zwecke entgegen wirkt man durch jenen Mangel an Nachgiebigkeit in innen: Fragen^ denn durch die Auflösung des innern festen Zusammenhaltens, welche einen Streit begleitet, wird die äußere Stellung bedroht und dadurch die Möglichkeit zunr Fortschritte aufgehoben. So vielen Schein dieser Einwurf, auch haben mag, so beruht er doch auf ganz falschen Prämissen. Wir wollen es vorläufig zugeben, daß. unsere bürgerliche Lage durch unsere eigenen Anstrengungen zur Sicherung derselben bedingt sei, daß also eine Zertheilung der Kräfte auf sie nachtheilig wirke: so dürfen wir. jedoch nicht glauben, daß in Zeiten der innern Ruhe, was gleichbedeutend ist -mit Schlaffheit, auch wirklich die Kräfte für die äußeren Interessen lebendig sich regen. Die Kraft entstammt dem Menschen blos aus dem Bewußtsein der innern Tüchtigkeit, aus seinem lebendigen Streben nach ungehemmter Ausbildung^ nur ein solcher Mensch ist auch seiner Rechte sich bewußt, er ist

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