Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1844
- Issue
- Heft 1
- Article
- Neue Beiträge zur Geschichte des Streites über das Studium der Philosophie in den Jahren 1232 bis 1306 [Rezension]
- Date
- 1844-01-01
- Page
- Seite 111 (sequence 30)
- Language
- German
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Streitschriften über das Studium der Philosophie. 111 auch sei es keineswegs seine Art, sich an die Spitze zu stellen'und den Richter zu machen: allein daß einige junge Leute an andern Orten bei Familienfesten öffentliche Vorträge hielten, in denen sie nicht von den Ceremonieen sprechen, aber das Joch abwerfen, ja Abraham und Sarah symbolisch als Form und Stoff deuteten, das sei doch unerträglich.' „Da hat David, der königliche Sänger, klagt er, größere und kleinere Gebete häufen müssen, daß seine Worte in den Gotteshäusern vernommen werden; ach, Aristoteles und Platon, die hatten nicht nöthig zu beten und zu flehen und haben es doch dahin gebracht, daß ihre Schriften alle Stuben füllen und ihre Worte als untrüglich aufgenommen werden." Da müsse -eingeschritten werden, und Addereth's, als des Horts der Zeit, Pflicht sei es einzuschreiten. Nun seien gar vor Kurzem Schriften mit Agg ad ah erklärung en und Wunderverleugnungen erschienen — und hiemit meint er offenbar Antoli's Werke, namentlich dessen Malmad —, die müßten in die Tiefe des Meeres versenkt, die' Gebeine des Verfassers aber verbrannt werden. Der sei noch nicht einmal so schlimm, der an die Werke der Griechen sich halte, indem er doch wisse, daß . solche von Nichtgläubigen verfaßt seien, das Gute darin, und wenn auch wenig, anzunehmen sei; aber solche von Juden verfaßte Schriften, die, wenn auch nur in leisen versteckten Andeutungen, Ketzereien enthielten, müßten mit Stumpf und Stiel ausgerottet werden, damit die Schüler, welche an Sabbathen und Festtagen darin lesen, nicht verlockt werden und sie als vom heiligen Geiste eingegeben, betrachten. Addereth möge daher den Bann aussprechen gegen Jeden, der einen Riß zu »machen beabsichtigt -—nennen wolle er keinen —, und Alle ohne Ausnahme würden ihm zufallen. Auch über das Löwenbild äußert er sich nochmals -und sucht seine frühere Ansicht zu begründen, und fügt in einem besondern Schreiben noch eine Anfrage über einen thalmudischen Gegenstand bei. Abbamari hat hier im heiligen Eifer etwas entstellt und nicht nur eine volle Einigkeit, der Proveneer Gelehrten und- Angesehenen— mit Ausnahme einiger junger Wichte — vorgespiegelt, sondern auch die Umdeutung von Abraham und Sarah in die philosophischen Begriffe von Form und Stoff outrirt. Die Sache verhält sich nämlich so, wie er selbst später eingesteht 25 S. 69) und Jeda'jah Bedraschi