Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1844
- Issue
- Heft 1
- Article
- Neue Beiträge zur Geschichte des Streites über das Studium der Philosophie in den Jahren 1232 bis 1306 [Rezension]
- Date
- 1844-01-01
- Page
- Seite 106 (sequence 25)
- Language
- German
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106 Recensionen. stände den Zwang auferlegen, übertrieben Wunderbares anzunehmen und auffallend sinnliche Darstellungen geistiger Zustände sich gefallen zu lassen,-mag er nicht, er läßt dieselben theils als Ausschmückungen der -Rede fallen, theils wiederum als symbolische -Redensarten auf Höheres Hinweisen, aber deshalb mag er doch Ansichten, welche einmal eine ziemlich allgemeine Geltung erhalten haben, wenn sie auch der Philosophie nicht genehm sind, keineswegs aufgeben, vielmehr provocirt er da auf die T'rüglichkeit und /Beschränktheit des Denkens, und glättet hier und dort, bis eins scheinbare Einigkeit herauskommt, zugleich auch auf einen Liefern mystischen Sinn anspietend, den er aber nicht" enthüllen mag* *). - Erscheint ihm nun auch eine denkende Auffassung der Glaubenssätze und der Gebote nicht verwerflich, so lst ihm hingegen die stolze Anmaßung der Philosophie, welche die Ausübung der Ceremonieen als untergeordnet betrachtet, geradezu lästerlich**). — Zu ihm gesellte sich bald ein Anderer, nicht minder als gelehrter T'halnmdist berühmt, Ascher ben Jechiel. In dem südlichen Deutschland geboren, machte er seine thalmudischen Studien unter Meir b. Baruch aus Rothenburg; dieser, vom Kaiser — man weiß nicht genau, weshalb — verfolgt, schmachtete lange Jahre im Kerker, woselbst er starb, und noch seine Leiche mußte langr Zeit zur Trauer seiner Verehrer über der Erde weilen. Ascher, sein Leidensgenosse, fand endlich Gelegenheit zu fliehen, floh durch Savoyen***), das aber, als mir dem Kaiser befreundet, ihm nicht hinlängliche Sicherheit versprach, wandte sich von. da nach der Provence und kam so endlich nach Spanien, wo er seinen bleibenden Aufenthalt nahm, in Toledo Schnlhaupt ward und mit zahlreicher Nachkommenschaft geehrt lebte. Ganz in der damaligen deutschen Richtung erwachsen, war ihm ein jedes andere Wissen rakhoth IV. 14, 23, 27, 77 (wo die Verschiedenheiten zwischen ihm und Har zu beachten) und Gutachten 60. *) Vgl. besonders bei Cbabib zu Berakhoth IV. 14. 90. 105, zu Baba Bathra l. 74. Gutachten 9. 408 u. 423. ' **) Bei Chabib zu Ssukkhat) IV. 7. Gutachten 94 u. 220. S. Nl ist st. zu lesen vgl. Luzzailo i» S- 9 An,»u 1. ' , ,