Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1844
- Issue
- Heft 1
- Article
- Neue Beiträge zur Geschichte des Streites über das Studium der Philosophie in den Jahren 1232 bis 1306 [Rezension]
- Date
- 1844-01-01
- Page
- Seite 105 (sequence 24)
- Language
- German
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Streitschriften über das Studium der Philosophie. 105 nicht ganz von ihnen gewichen, noch waren Traditionen nnd Neminiscenzen derselben bei ihnen vorhanden, aber es waren eben blos Neste aus einer früheren besseren Zeit; noch gab es Männer —- wie sie auch niemals in Spanien, ganz schwanden bis zur völligen Vertreibung aus diesem Lande, an das sie mit inniger Liebe sich angeschlossen —, die sich eifrig den Wissenschaften Hingaben/ allein sie standen vereinzelt, die allgemeine Frische war nicht mehr vorhanden, und ohne Bedenken konnte Addereth sagen, in Kastilien und Aragonim seien Tendenzen, die man früher gehegt und nun als destructive bezeichnet, ganz fremd (S. 50, 76, 77 und 141). Als Heros der damaligen Zeit galt daselbst der ebengenannte gelehrte Thalmudist, Salomo b. Abraham Addereth, ein Schüler des Moses Nachmanides und des Jonah b. Abraham, die wir beide bereits als der Philosophie nicht freundlich kennen gelernt haben, den ersteren nur als mit größerer Besonnenheit, dm zweiten mit Ingrimm und jugendlicher Heftigkeit bei dein ersten Streite verfahrend. Die höchsten Ehrennamen können nicht genügen, ihn zu bezeichnen, er ist „der Stolz und Schmuck Israels, ein Wunder der Zeit, die Krone der Tugenden, die strahlende Leuchte und der unschätzbare Edelstein, dem die Herrschaft und das Seepter, auch der Stab der Züchtigung gebührt", und selbst die philosophisch Gesinnten sprechen in tiefer Demuth zu ihm,, der am Anfänge des 14. Zahrhunderts in seinem vollen Glanze, mit der Ehrwürdigkeit eines rüstigen Greises dastand. Er verleugnet auch keineswegs die altspanische Richtung, und nicht umsonst haben für ihn die Hellen Sterne an dem spanischen Himmel geglänzt, die auch jetztnoch in die trübe Nacht ein dämmerndes Licht warfen. Er legte dem Denken nicht geradezu Schloß und Niegel vor, wenn sein Denken auch kein freies war. Körperliches und Anthropopathisches bei Gott anzunehmen, davon war er weit entfernt, und er hielt es für seine Pflicht, diese Ansicht zu verbreiten, und deshalb unternahm er es auch, seltsam klingende aggadische Stellen zu erklären. Da müssen solche Aussprüche von Gott theils tiefere Beziehungen annehmen, theils blos als versinnlichende Darstellungen des speciellen Waltens der göttlichen Vorsehung gelten*); dem Ver- Vgl. namentlich seine Aggadaherklärungen bei Chabib zu Be-