Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1844
- Issue
- Heft 1
- Article
- Neue Beiträge zur Geschichte des Streites über das Studium der Philosophie in den Jahren 1232 bis 1306 [Rezension]
- Date
- 1844-01-01
- Page
- Seite 102 (sequence 21)
- Language
- German
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102 Recensionen. von dem Glauben an die Einheit Gottes durchdrungen und geleitet würden, ohne das; die äußere Ceremonie von Wichtigkeit sei, überhaupt dem Thalmud geringe Bedeutung beilegten. Diese -Ansichten wurden zwar meist nur,in dem Kreisender Eingeweihten besprochen, aber doch ließen sich junge Leute auch hinreißm, Der-' artiges in öffentliche Vorträge einzustreuen, und ein Mann namentlich, ein gewisser N. Levi, ein Lehrer der Philosophie, aber zugleich innig vertraut mit der jüdischen Theologie, trug mündlich seinen Schülern und öffentlich durch Schriften solche Sätze vor. Diese Ansichten wurden natürlich'nicht von allen der Philosophie Befreundeten in gleichem Grade getheilt, im Leben scheinen sie, nach mittelalterlicher Weise, gar nicht oder nur sehr wenig und versteckt sich geltend gemacht zu haben; daher ließen auch die Gegner, die strengen Anhänger der rabbinischen Richtung, die Sachen gehn, wie sie nun einmal gingen, zum Theile den Zwiespalt fürchtend, der durch eine ernste Berührung entstehen mußte, und selbst der berühmte thalmudische Gelehrte Menachem b. Salomo aus dem Hause Meir, genannt Meiri, auch Don Vidal Salomo, in Perpignan, nahm keine besondere Notiz davon. Anders -aber Abbamari b. Moscheh b. Josef, genannt Astrüc de Lünel, wohnhaft in Montpellier, aus angesehener Familie und tüchtiger Thalmudist, dem sich zuerst Todros b. Jehudah de Beaucaire zu gesellte -— der aber in Mitten des Streites starb —, und der später einen Genossen fand in Kalonymos b. Todros*), dem Fürsten, in Narbonne. Ein durch gebildetes System hatten dieselben nicht, im Gegentheile zeigten sie sich, sobald sie an die Begründung ihrer Ansichtin gingen, gleichfalls von maimomdischen Ansichten tingirt, und sie zogen sich nur auf die Unmöglichkeit, in jenen Dingen klare Einsicht zu erlangen, und aus die Festigkeit der historischen Bezeugung zurück. Drei wesentliche Glaubenssätze nahmen sie an, das Dasein eines einigen, körperlosen Gottes, was durch Schrift und Vernunft gleich bezeugt werde, wozu man aber keiner tiefen Philosophie, keiner astronomischen Untersuchungen bedürfe, schon der Mensch in seinem Baue und mit seinen Geistesanlagen spreche S- 120 ist Todros b. Kalonymos fehlerhaft und muß umgekehrt heißen, wie S. 136. 137, BL, 141 und 14Z steht.