Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1844
- Issue
- Heft 1
- Article
- Neue Beiträge zur Geschichte des Streites über das Studium der Philosophie in den Jahren 1232 bis 1306 [Rezension]
- Date
- 1844-01-01
- Page
- Seite 101 (sequence 20)
- Language
- German
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Streitschriften über das Studium der Philosophie. 101 Außerdem glänzte damals der berühmte Dichter und Philosoph Jedajah 5. Ahraham Bedraschi (aus Veziers, vielleicht aber in einer andern Stadt der Provence wohnhaft), auch genannt Don BoneL Prifot, in philosophische Beschaulichkeit sich vertiefend und zu einer erhabenern'Frömmigkeit sich empor schwingend. Überhaupt aber war die Anzahl der Anhänger der Philosophie'unter Alt und Jung sehr groß '(vgl. besonders S. 174), und der Weg, den Maimonides, Samuel Thibbon und. Jakob Antoli. eingeschtagen hatten, , ward vom der Mehrzahl als der einzig richtige, erkannt und verfolgt. Aberglaube, wenn auch von den Men geheiligt, wie z. B. die magischen Heilmittel, war. ihnenverhaßt und erschien ihnen als Götzendienst, die legendenhaften Aggadah's warm ihnen lächerlich und sie erklärten sie symbolisch, und solche symbolische Deutungen, wo die aristotelischen Begriffe von Stoff und Form-(der Hyle und der Morphe) eine Hauptrolle spielten, übertrugen sie auch auf biblische Erzählungen, welche ihnen sonst nicht sinnvoll genug gewesen wären. DaS Wunderbare im Thalmud' und in der Bibel suchten sie wegzudeuten; so mochten sie den thalmndischen Satz, die Schrift auf den Tafeln , welche die Zehngebote'enthielten, sei durch und durch eingegraben gewesen, und der Zwischenraum, welchen die Buchstaben Schlußmern und Ssamekh leer ließen, sei demnach blos wunderbar erhalten worden, daß er nicht herausfalle, nicht geradezu annehmm, sondern meinten, es sei zu diesem Zwecke etwa eine künstliche Vorrichtung getroffen worden daß die Sonne dem Josua förmlich still gestanden, hielten sie für einen thörichten Glauben^'); über die Stimme, welche vom Sinai gehört worden, hatten sie ihre eigenen Meinungen, und die Urim und Thummim hielten sie für den Astroläb. Es ist daher auch wohl zu glauben, wenn von den Gegnern versichert wird, daß sie die , Ceremonieen nicht heilig hielten , , aus sprachen, Moses habe ein bürgerliches Gesetz gegeben, untersuchten, warum denn eigentlich Schweinfieisch verboten sei, da doch die Arzte behaupteten, es - sei keineswegs dem Körper schädlich, bei den Thesillin den Gedanken blos festhielten, daß Kopf, Herz und Hand *) Vgl. auch die Ansicht eines Gelehrten aus Gerona bei Ehabib irr "'En Ja'akob zu-Lha^ttio-L-.^. 43.' -