Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1844
- Issue
- Heft 1
- Article
- Neue Beiträge zur Geschichte des Streites über das Studium der Philosophie in den Jahren 1232 bis 1306 [Rezension]
- Date
- 1844-01-01
- Page
- Seite 92 (sequence 11)
- Language
- German
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92 Recensionen. die Tieft des maimonidischen Systems, wie es im Moreh ausgearbeitet ist, einzudringen und dort die in der That weit ausgreifenden und bedenklichen Konsequenzen aufzusuchen, blieb Salomo an der Oberfläche stehn, hielt sich-meist nur an die unschuldigen,, vermittelnden Sätze, welche Maim. seinem Mischneh Thorah als schwache philosophische Einleitung und Begründung vorausschickte,' und that eigentlich weiter Nichts, als daß er den kurzen dietatorischen Widerspruch Abraham's b. David wiederholte, auf die Spitze trieb und auf ungeschickte Weift zu begründen suchte. Maim. hatte nämlich auch in diesem Werke die Unkörperlichkeit Gottes stark hervorgehoben und war sogar so weit gegangen, den einen Ketzer zu nennen und des Antheils am ewigen Leben verlustig zu achten, welcher sich Gott körperlich denke (Theschübah e. 3 §.7); dagegen eiferte schon A. b. D. in seiner Glosse: „warum nennt er diesen, einen Ketzer, hatten ja Größere und Bessere als er diese Ansicht.nach wörtlicher Auffassung von Schriftstellen und verwirrenden Aggadahs?" Abraham scheint wenigstens in der Sache beizusiimmen, nur billigt er die philosophische Härte nicht, mit welcher Maim. den Abweichenden einen Ketzer nennt und über dessen Seligkeit ab spricht, und in seinem Eifer scheut er sich nicht, Andere, welche dieser rohen Meinung gehuldigt, größer und besser als M. Zu nennen! Allein damit begnügt sich Salomo, noch keineswegs; er und sein Schüler David möchten die Körperlichkeit Gottes retten, schließen ihn in den Himmel ein, ziehen eine räumliche Scheidewand zwischen Gott und den Geschöpfen, möchten auch nicht aufgeben, daß Gott auf einem wirklichen. Throne der Herrlichkeit sitz.e, dabei aber doch dagegen sich verteidigend, als schrieben sie Gotte menschliche Glieder zu. Maim. hatte ferner in dem thalmudischen Werke über den Zustand im Jenseits sich ausgesprochen. Zwar spricht er, nach der bereits oben angedeuteten Weift, auch dem, welcher die Auferstehung leugnet, den Antheil am ewigen Leben ab (a. a. O. §. 6.); allein er geht auf diesen Glau-' benssatz durchaus nicht weiter ein, erklärt vielmehr später (das. e. 8.) ausführlich das ewige Leben als. ein rein geistiges, in dem durchaus irdische Vorgänge und Genüsse unmöglich seien, so daß die sinnlichen Bezeichnungen dafür im Thalmud alle blos bildlich zu nehmen seien. Dies hatte schon Wr./ sehr ^unwillig aufgenom-