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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1844-01-01 · Heft 1 · p. Seite 90

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1844
Issue
Heft 1
Article
Neue Beiträge zur Geschichte des Streites über das Studium der Philosophie in den Jahren 1232 bis 1306 [Rezension]
Date
1844-01-01
Page
Seite 90 (sequence 9)
Language
German
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90 Recensionen. gegen einige leise freie Äußerungen des Mischneh Thorah in seiner kurzen diktatorischen Weise sich aussprach. War nun diese in. die Schranken der gelehrten, wenn auch hie und da heftigen, Diskussion sich haltende Polemik nicht vermögend, Maimonides' Autorität zu brechen, nahm dieselbe vielmehr mit der Verbreitung seiner" Schriften und der Übersetzung seiner arabischen Werke bedeutend zu, so zeigte sich doch in diesen Anfängen schon, welches die Orte seien, die bei weiterer Durchbildung der verschiedenen-Richtungen zum Kampfplatze zwischen denselben bestimmt waren, nur daß der Osten immer mehr zerfiel und die überhand nehmende Schlaffheit und Verdunklung ihm nicht gestattete, einen geistigen Kampf zu bestehn, während die Provence, immer wehr in den Vordergrund tretend, ganz besonders zu solchem geistigen Nitterturniere sich heranbildete. Maimonides war, kurz nachdem sein großes philosophisches Werk, Moreh Nebukhim, ins Nabbinische übertragen worden, gestorben; Spanien, das er selbst schon in angehendem Mannesalter wegen der dort herrschenden Verfolgungen verlassen mußte, ward immer mehr gebeugt, theilweise -ganz dem Einflüsse der Araber, der damaligen Träger deS philosophischen Geistes, entzogen, zur Vertiefung in philosophische Fragen nicht mehr aufgelegt und daher auch zu einem Streite über dieselben, inwiefern sie dem bisherigen Glauben entsprächen, nicht angeregt, vielmehr die Gegensätze unvermittelt neben einander bestehen lassend. Nur Einzelne, der Mystik sich zun erg end, wie Meir b. Todros Ha-Levi in Toledo (st. 1244), . faßten bald Abneigung sowohl gegen die philosophischen Äußerungen in Maim.' großem thalmudischen Werke, als auch namentlich gegen den Moreh, und Meir begann schon am. Anfänge des 13. Jahrhunderts —- wohl gar noch bei Lebzeiten des Verfassers — sich über solche, nach seiner Ansicht, antijüdischen Meinungen zu ereifern in einem Schreiben an die Gelehrten Lünel's; er fand, wie er später sich ausdrückt, daß der Moreh „die Wurzeln der Religion kräftige, aber die Zweige abhaue, die Nisse in den Grundlagen ausbessere, aber die Zäune einreiße, in seiner Kehle Erhebung Gottes sei, auf seiner Zunge aber Tod und Leben zugleich, er mit der Linkenannähere, mit der Rechten abstoße, Abwege in ihm versteckt seien, und Niemand rem ausgehe

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