Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1844
- Issue
- Heft 1
- Article
- Neue Beiträge zur Geschichte des Streites über das Studium der Philosophie in den Jahren 1232 bis 1306 [Rezension]
- Date
- 1844-01-01
- Page
- Seite 89 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2929020-2929041-2929043-2932045--2727-2932152- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Streitschriften über das Studium der Philosophie. 89 mit der Schrift sucht er sich dadurch in Übereinstimmung zu bringen, daß er das vor ihm schon in Einzelnem angenommene Verfahren des Symbolisirens und Sublimirens in ein vollständiges System bringt, und von der Idee ausgehend, die Schrift könne doch nur volle Wahrheit enthalten, die von ihm aufgenommene Philosophie aber biete volle Wahrheit, jener häufig starken Zwang anthut. Mit einigen Ansichten, die in seinem streng philosophischen -Werke gar keinen Platz finden und in seinem Systeme auch gar nicht geduldet werden können, kommt er in den Schriften, welche eine gewisse Transaction zwischen dem rabbinischen und dem philosophischen Standpunkte anstreben, in ein hartes Gedränge) o namentlich in Beziehung auf Auferstehung des Leibes. Er stellt sie als einen. Glaubenssatz des Judenthums auf, läßt sie aber doch nicht undeutlich als unreife Vorstellung erkennen, in der die Unsterblichkeit der Seele verhüllt sei, als eine Vorstufe zu dieser höhern Erkenntnis;, wird freilich darauf ertappt und sucht wieder durch Windungen der Anklage, als hege und verbreite er ungläubige Ansichten, zu entgehn. — Wenn aus der ganzen Zellbildung und der geschichtlichen Nöthigung ein Mann von solcher Gediegenheit mit so vielen Widersprüchen zu erklären ist, so läßt sich auch leicht die Bedeutung ermessen, welche Maim., den Rabbinen imponirend durch seine umfassende thalmudische Gelehrsamkeit, welche er noch dazu besser als sie zu ordnen wußte und zu ihren Gunsten wirklich in einem ewig anstaunenswerthen Werke ordnete, den innig nach Vermittelung Bestrebten' ein rettender Gottesbote, den philosophisch Lüsternen eine mächtige Stütze, bald einnehmen mußte; Spanien und Nordafrika verehrten ihn wie einen Heiligen und Philosophen, zugleich; Frankreich und Deutschland, die zuerst von seinem hebräisch geschriebenen thalmudischen Werke Kenntnis; erhielten, in denen für seine andern Ansichten auch alle Anknüpfungspunkte und daher auch alle Veranlassung, sie zu bestreiten, fehlten, erfüllten sich mit Achtung für den großen Thatmudisten: der verdunkelte Osten sandte freilich einen Streiter aus in der Person des damaligen SchulhaupteS Samuel in Bagdad, der eben den Punkt der Auferstehung aufgriff) nicht minder die Provence in dem reichen und gelehrten Abraham b. David, der übrigens mehr im Gebiete des thalmudischen .Wissens verblieb und blos nebenbei auch