Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1844
- Issue
- Heft 1
- Article
- Neue Beiträge zur Geschichte des Streites über das Studium der Philosophie in den Jahren 1232 bis 1306 [Rezension]
- Date
- 1844-01-01
- Page
- Seite 88 (sequence 7)
- Language
- German
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88 Recensionen. - er sich dieser Annahme nicht hätte erwehren können, nur baß ihm die Möglichkeit der Wunder dann auch . ganz gefallen wäre, er glaubt aber so glücklich zu sein, gefunden zu haben, daß, weit entfernt,- daß ein gültiger Beweis für die Ewigkeit der Welt oder des Urstoffes vorhanden sei, im Gegentheile weit mehr für die entgegengesetzte Ansicht spreche. Daer sich nun das einmalige freie Eingreifen Gottes in die -Natur oder vielmehr das ursprüngliche Setzen derselben und die Aufstellung der Naturgesetze von Gott gerettet hat, nimmt er auch die geschichtlich bezeugten Wunder an) allein nicht genug, daß er dieselben möglichst einschränkt und nur, wenn kein anderer Ausweg übrig bleibt, sie zugesteht, schrumpft ihm, im Grunde meistens das Wunder zum blos Wunderbaren ein. Die eigentliche Herrschaft der süblunarischen Welt ist nämlich,.nach seinem Systeme, der von der Gottheit ausgehenden objectiven wirkenden Vernunft (Shekhel ha-po'el) übergeben; iu dem engeren Anschlüsse an dieselbe gestaltet sich auch die Welt und deren Verlauf mehr nach unserm Willen, in der Entfernung vonihr treffen, uns alle, zwar gesetzlich einherschreitendm, aber in Beziehung auf uns zufälligen Einflüsse. Die wunderbare Lenkung der Geschicke nach ihrem Willen von Seiten der Frommen ist daher nicht eine Umgestaltung und Aufhebung der Naturgesetze, sondern in der höheren Weltordnung nothwendig begründet, Ursache und Wirkung ist in den Wundern, nur mit seltenen Ausnahmen, vollkommen da, nur daß eine höhere Causalität zu Grunde liegt, und der Zusammenhang ist nicht zerrissen. In demselben Gedanken wurzelt nun die Prophezeiung, als selbsterwirkter Anschluß an die objec- Live Vernunft, und das Walten der Vorsehung ist hiemit auch von der Gottheit aus die selbsistäudige Aneignung der höheren Kräfte von Seiten der denkenden Wesen übergegangen, als Folge ihres größeren oder geringeren Anschlusses, an die weltbeherrschende olsiective Vernunft, während die Thiere in der Th nt blos an der Kette der ein für alle Mate fesigestellten Naturgesetze einhergehen, ohne sich einer Vorsehung zu erfreuen. Aus der reinen Geistigkeit der Seele ergiebt sich ihm auch die rein' geistige Vergeltung in Jenseits, die er von allen irdischen, daher auch räumlichen Vorstellungen zu befreien sucht. Diese weit greifenden Ansichten möchte er allerdings wieder lnodisieirem, unv den gewöhnlichen annähern,