Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1844
- Issue
- Heft 1
- Article
- Neue Beiträge zur Geschichte des Streites über das Studium der Philosophie in den Jahren 1232 bis 1306 [Rezension]
- Date
- 1844-01-01
- Page
- Seite 84 (sequence 3)
- Language
- German
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84 Recensionen. von diesem aufgefaßt werden, aus philosophischen Gründen aufgaben oder modificirteu. Etwas kühner noch finden wir am Anfänge des 11. Jahrhunderts wiederum einen Gaon, Samuel Len Chofni Ha-Khohen, -der zwar auch die Schöpfung der Welt aus Nichts vertheidigte^), aber auch mit großem Nachdrucke sich gegen jeden Widerspruchmit der Vernunft verwahrte und geradezu den weitgreisenden Kanon aufstellte, es könneMichts angenommen werden, dem von der Vernunft ^widersprochen werde ^'), weßhalb er denn auch Lei der Erzählung der Zaubrerin von 'Endor, entgegen der gewöhnlichen Annahme der Thalmudisten, das Factum der Belebung Samuel's in Abrede stellte— was Sa'adiah nicht zugiebt —, überhaupt aber lieber die Bibel gezwungen erklärte, als daß er ihr Unwährscheinlichkeiten aufbürdete und durch eine gewisse Mischung profaner und prophetischer Vorgänge ebensowohl jene erhob als diese erniedrigte^). Allein nun trat auch der Gegensatz schon bewußter hervor. Chofni's Schwiegersohn, gleichfalls Gaon, Hai b. Scherira, ist ein entschiedener Gegner der Philosophie) nicht blos daß er Schrifterklärungen, wie sein Schwiegervater sie aufstellte, durchaus mißbilligt — also z. B. Samuel zwar nicht durch die Zaubrerin, aber wohl, nach dem Vorgänge Sa'adiah's, auf wunderbare Weise von Gott beleben läßt, damit er dem Saul den Ausgang des Treffens verkünde —, so sträubt er sich auch überhaupt gegen alle Anwendung des Hauptgrundsatzeö, so wenig Über- und Widervernünftiges wie möglich anzunehmen) er meint, alle Alten hätten ohne Widerrede angenommen, daß Gott Wunderbares durch die Frommen verrichte und ihnen Geheimnisse zeige, so gut wie er es dm Propheten, gethan, da dadurch der Welt-nur Heil entstehe und kein Nachtheil, und die thalmudischen Vgl. Munk, Notiee 8ur 8aaäia ete. S. 13 Anm. Kimchi zu 1 Sam. 28 Ende, woselbst auch Sa'adiah's und Hai's Ansicht über diesen Vorgang. Vgl. die Anführungen bei Abraham ebn 'Esra, Vorrede zum Penlateucheommmtare § 1, zu 1 M. 3, 1, namentlich was Josef den ELieser in (Zofnath Pa'neach) Ohel Josef bil. 156 dazu bemerkt, Las. 28, 12; 2 M. 4, 24 m 25. 8, 6. 19, 13; 3 M. 16, 8; 4 M. 22, 28.