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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1844-01-01 · Heft 1 · p. Seite 83

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1844
Issue
Heft 1
Article
Neue Beiträge zur Geschichte des Streites über das Studium der Philosophie in den Jahren 1232 bis 1306 [Rezension]
Date
1844-01-01
Page
Seite 83 (sequence 2)
Language
German
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Streitschriften über das Studium der Philosophie. 83 Zeiten vorhanden, nur ist er zuweilen mehr verborgen,, wird blos leise von Einzelnen gefühlt, aber manchmal wird er nach beiden Seiten hin lebendig, tritt klar ins Bewußtsein, und nun eilen die Vertreter beider Richtungen, gerüstet und muthig, auf die Kampfbahn, von der sie sich dann wieder zurückziehen, jede sich den Sieg zu sch reibend, in -Wahrheit aber den Ausgang unentschieden und den Zündstoff, zu einem spätern Brande zurücklassend. Dennoch zieht der Geistesaufschwung den wahren Vortheil. davon, die Geister fühlen sich mächtig aufgerüttelt, der Fortschritt wird durch den Kampf befestigt und weiter getragen, wenn nicht die äußere Gewalt ihr erwdtendes Schwert-in die Wagschale wirft oder andere mächtigere Ereignisse von anderer Seite her demüthigenden Geistesdruck herbeiführen..—- Als unter die Araber-die griechische Litteratur und namentlich die philosophischen Schriften durch Übersetzungen eingeführt, wurden, nahmen auch bald die Juden an diesem erfrischten Geistesleben Antheil, und selbst durch einen Gaon, Stadial) (erste Hälfte des 10. Jahrhunderts) wurde dasselbe bei ihnen vertreten. War das Streben des Judenthums in der Person seines damaligen höchsten Geistlichen zunächst auf Begründung seiner Grundwahrheiten und anderer Glaubenssätze auch von Seiten der Vernunft V) gerichtet, .wie der Schöpfung der Welt aus. dem absoluten Nichts, der Freiheit des Willens, der jenseitigen Belohnung und Bestrafung, der Auferstehung u. s. w., so drang auch in dieses Bestreben schon das andere ein, die Meinungen, welche im Jüdenthum herrschten und in dessen Schriften dem Buchstaben nach ausgesprochen. waren, zu reinigen und begrifflich zn sublimiren, so wie Sa'adiah die Körperlichkeit Gottes, die Eristenz eines Satans, den Eingriff Gottes in den menschlichen Willen, die Seelenwanderung u. dgl. hinwegzuraumen sucht und dabei zu bildlicher Auffassung von Schriftstellen, zur Annahme vonÄccommodationen seine Zuflucht nehmen muß. In dieser doppelten Aufgabe hatte er auch viele Nachfolger, welche die Philosophie nicht verstießen, vielmehr von deren Standpunkte aus, wenn auch gegen die ausgesprochenen Ansichten derselben, die Annahmen des Judenthums zu begründen suchten, aber auch von der andern Seite ohne alles Arg dem Judenthume Nichts zu vergeben, glaubten/ wenn sie einige Ansichten, wie sie dem ersten Anblicke nach 6*

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