Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1844
- Issue
- Heft 1
- Article
- Das Verhältniß des natürlichen Schriftsinnes zur thalmudischen Schriftdeutung
- Date
- 1844-01-01
- Page
- Seite 80 (sequence 28)
- Language
- German
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80 tV. Das .Vrchältniß des natürlichen Schrift weise " ,., und auch da ist sie nicht Regel zu nennen,, da sie nicht von Alten zugestanden wird, ja selbst^ von denen, welche sie an einem Orte zugeben,, an vielen .andern ihr entgegengehandelt wird (vgl. Thoßafoth zil Shotah 24 n mW zu. Menachoth. 17 ich. Also auch hier tritt eine eregetische. Klarheit ganz mW gar zurück, im Gegentheile.wird die Nüchternheit blos dann angewandt,, wem: man aus andern Gründen gar keinen Ausweg mehr, hat, als zu ihr seine Zuflucht zu nehmen) sonst aber kehrt man. ihr den Rücken. Dies sind die Momente, aus denen der Standpunkt derGemara in. Veziehilng auf. Eregese sich ergiebtth.atnuwische Sprüche, welche von Spätern noch zur Lösung der Fesseln angewendet wurden, die . aber in der That gar keine Beziehung darauf haben, lassen wir vorläufig, bis wir. zur Beurtheiluug. der Späteren kommen. / Sonnt ist es uns klar geworden, daß die Gemara ihre DeutungsmW Ableitungsmethode als.vollkommen richtige Eregese betrachtet, und zwar als die einzige, neben welcher keine andere hergehL, gegen die ein -Widerspruch eines etwa erwachenden eregetischen Gewissens durchaus nicht geahnt^ mW selbst wenn es dunkel sich regte, alsbald zum Schweigen gebracht wurde. Auch in.Beziehung aus die thalmudische Aggadah, die überhaupt nicht so streng von der Halachah zu scheiden ist, da oft beide Gebietes in einander eingreifen, nur daß alles das, was keinen Einfluß auf Gewtzausübung hat, weit geringfügiger und larer behandelt wurde, keine Veranlassung zu ernsten Discussionen und einem daraus zu ziehenden Schlüsse gab, . daher auch der subjectiven Willkür mehr überlassen blieb, auch da ist kein eigentliches Bewußtsein vorhanden gewesen über einen natürlichen Schriftsinn/ der dem aggcwischen entgegensiehej je weiter jedoch der Willkür in den Deutungen ein Spielraum dort vergönnt, ward, weil sie auf die gesetzlichen Resultate ohne Einfluß' blieb, umsomehr mußten auch die Ansichten darin abweichen, und es war den Meisten aus demselben Grunde gleichgültig, sich für eine dieser Deutungen zu entscheiden/ und sie ließen sie neben einander-bestehn,, ohne sich um Lösung der in ihnen liegenden Gegensätze oder um Widerlegung der einen oder andern viel zu kümmern. l . i , So stellt sich uns. als. Resultat des ersten Theils unserer Abhandlung heraus: Die Mischnah, weniger bemüht, ihre. Er-7