Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1844
- Issue
- Heft 1
- Article
- Das Verhältniß des natürlichen Schriftsinnes zur thalmudischen Schriftdeutung
- Date
- 1844-01-01
- Page
- Seite 81 (sequence 29)
- Language
- German
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zur thalmudischen Schriftdeutung. Eine Skizze. 81 Weiterungen alle im Worte der Bibel nachzuweisen, aber doch an vielen Stellen einen Anfang dazu machend, beginnt schon mit einem Verfahren, den Buchstaben zu zwängen und auch unwesentliche Analogieen aufzusuchen; es ist bei ihr keinem Zweifel unterworfen, daß sie im dollen Glauben war, die einzige vollständig richtige E.regefe zu handhaben, und wo sie blos Winke in der Schrift findet, giebt sie ihre Melege als solche am Die Gemara hat diese Deutungsmethode in sehr umfassender Weise ausgebildet, von dem Bestreben geleitet, Alles Möglichst in der Bibel zu finden, und sie giebt dies Bestreben blos dann auf, wenn etwa durchaus keine Möglichkeit, es durchzuführen, vorhanden ist, oder wenn es anderweitig feststeht, daß die Erweiterung blos eine Einrichtung späterer Zeit ist. Bei dieser weiten Durchführung des Systems zweifelt aber, auch die Gemara keineswegs an der Nichtigkeit ihrer Eregese, kaum kennt sie ein anderes Verfahren, hält dieses aber keinesfalls als ein berechtigtes, und nur im Nöthfalle zieht sie sich auf das jedem offenliegende Gebiet eines natürlichen Schriftsinnes zurück. Daß wir in dieser ganzen Methode blos das. Product eines höchst getrübten eregetischen Sinnes erblicken, bedarf keiner Versicherung und Begründung; aber es fragt sich noch, ob diese Überzeugung auch in den frühern Gelehrten, welche dieses Gebiet betreten haben, den Verfassern der Thargumim, den Rabbinen und Kommentatoren, wach geworden, wie sie bei ihnen sich ausgesprochen habe und wie sie dieselbe mit der thalmndischen Autorität in Übereinstimmung zu bringen gesucht haben. Dies die Aufgabe eines zweiten Artikels, wlechen das nächste Heft liefern wird. G. Züd. Zeitschr. V. Bd. ß