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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1844-01-01 · Heft 1 · p. Seite 78

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1844
Issue
Heft 1
Article
Das Verhältniß des natürlichen Schriftsinnes zur thalmudischen Schriftdeutung
Date
1844-01-01
Page
Seite 78 (sequence 26)
Language
German
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78 IV. Das Verhältm'ß des naKrlicheil Schristsr'nnes macht wird, von gar keiner Bedeutung sind. — Wichtiger ist eine andere Formel, der man gleichfalls spater eine viel zu große Ausdehnung gegeben,. das ist der Ausdruck: ^2 »die Schrift bedient sich der gewöhnlichen Redeweise", dereö nicht darauf-ankommt, ein -Wort scheinbar zu viel auszusprcchen, so daß demnach aus einer solchen scheinbaren Überfülle des Ausdruckes Nichts weiter herzuleiten ist. Betrachten wir jedoch diese Regel genauer, ob sie eine allgemeine ist, oder ob sie blos einer speciellen DeutungSweise gegeniiber geltend gemacht wird und ob sie vielleicht selbst da nicht einmal feststehende Regel ist*). Da stellt sich nun Folgendes heraus. Schon die Mischnah hat unter den Anfängen der von ihr angenommenen Ableitungsmethode auch in einzelnen Fällen diejenige DeutungSweise ausgenommen, daß, wenn ein Gebot nicht blos durch die.für den Imperativ gebräuchliche .zweite oder dritte Person des Futurum ausgedrückt, vielmehr-derselben noch der Infinitiv vorgesetzt wird, darin eine Verstärkung der Art liegt, daß das Gebot wiederholentlich geschehn müsse, wenn sein Zweck durch einmaliges Thun noch nicht erreicht ist. So wird 2. M. 23, 5 das Gebot, im Ab- und Ausladen beizustchn, wenn man sieht, daß der Esel eines Andern,/selbst eines. Feindes, unter seiner Last liegen bleibt, mit den Worten ÄM 7W ^gedrückt, und dies gieht der Mischnäh (Baba mezi'a -2, 10) die Veranlassung zu der Ableitung, daß, wenn man auch, um den geeigneten Beistand zu leisten, mehre'Male ab- und aufladen müsse, man auch dazu verpflichtet sei; desgleichen: wird ü. M. 22, 7 das Gebot, aus einem Vogelneste, das man sich aneignen will- .die Vogelmuttcr wegzuschicken, mit den Worten AM ausgedrückt, und die Mischnäh (Chullin 12, 3) findet darin die Andeutung, daß, wenn die Vogelmutter, nachdem sie weggeschickt worden, mehrmals wieder zurückgekehrt, doch die' Pflicht immer neu vorhanden' sei, sie wegzuschickcn. Diese, mäßig benutzt, nicht sehr gesuchte Deutung — da ja allerdings in der Vorsetzung des Infinitivs eine Verstärkllng liegt — wendet *) Hr. Rabb. V. Hirschfeld hat diesen wichtigen Punkt in seinem Buche § 137 (S. 141 u, 142) auffallend drüberhin behandelt.

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