Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1844
- Issue
- Heft 1
- Article
- Das Verhältniß des natürlichen Schriftsinnes zur thalmudischen Schriftdeutung
- Date
- 1844-01-01
- Page
- Seite 76 (sequence 24)
- Language
- German
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76 IV. Das Verhältniß des natürlichen Schnftsinnes durch Vergleichung eures, ganz unweserrtlichen, Äusdrrlckes, welcher bei zwei verschiedenen Gesetzen vorkömmt, das Recht geben soll, die Bestimmungen des einen auf das andere zu übertragen; die eine Gesetzesstelle selbst, auf die übertragen wird, ist gar nicht erklärt und mit den übertragenen Bestimmungen ausgeglichen worden/ und da konnte allerdings die Ahnung hervortretendas; doch der Vers, welchen man zu erklären sich gar nicht einmal die Mühe genommen, eigentlich damit im Widerspruch stehe; aber auch der geringste Ausgteichungsversuch, wie er dort in der That angestellt wird, genügt, um das sich regende Gewissen zu beruhigen und das' Gefühl des Widerspruchs — das, wenn es auch nicht beschwichtigt worden wäre, keinen Einfluß gehabt hätte — zum Schweigen zu bringen. Die letzte Stelle (Schabbath-63 n) ist mehr - -aggadischer?lrt, beweist aber auch ohnedies gar Nichts. Dort soll erwiesen werden, das; Waffen dem -Manne ein Schmuck sind — was Einfluß darauf hat, ob er sie am Sabbathe stragen darfund dies geschieht durch den Vers (Ps. 45, 4): Gürte dein Schwert um die Lende, Held, deinen Glanz und deinen Schmuck!" Darauf meint nun Nab Khahana, der Vers spreche doch von der Neligionslehre, d. h. es sei ja hier unter dem Schwerte das Schwert des Geistes, die Religion und die Wissenschaft zu verstehn, worauf ihm dann Mar, der Sohn dcs Nabina mit' dem Spruche antwortet: „die Bibelstelle verliert ihren einfachen Sinn nicht", d. h. wenn auckp der biblische Ausdruck bildlich ist, so muß doch eben das Bild auch einen Sinn haben, und aus dem Sinne des. Gleichnisses muß sa gleichfalls eine Folgernng gerade für dieses sich ziehen lassen, und wäre also hier das Schwert kein Schmuck für den Helden, so könnte es nicht als Bild gebraucht werden für die Gelehrsamkeit, die ein Schmuck - sein soll für den Gelehrten. Also es wird hier keineswegs behauptet, eine Vibelstelle habe zwei verschiedene Bedeutungen, eine einfache und eine künstlich hineingetragene, vielmehr ist die hineingetragene die einchg gichtige , wenn al^er die Hineiutragung der Art geschieht, daß sie den Ausdruck bildlich aussaßt, so muß üatürlich die bildliche Redensart gleichfallsrichtig sein, irr,ihr. Liegt nothwendig Gleichrriß und Verglichenes, wie Nachmanides (zu Maimonwes' Sseser Ha-