Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1844
- Issue
- Heft 1
- Article
- Das Verhältniß des natürlichen Schriftsinnes zur thalmudischen Schriftdeutung
- Date
- 1844-01-01
- Page
- Seite 74 (sequence 22)
- Language
- German
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74 IV. Das Berhältniß des natürlicl)rn Schriftsinnes zu dessen KennLniß es keiner Gelehrsamkeit bedarftftweshalb bei Unkenntniß desselben eine für einen Gerichtshof als solchen getroffene Bestimmung gar keine Anwendung haben könne) ferner zeigt sich aber auch hier gerade,daß das Bewußtsein der Verschiedenheit solcher Herleitungen von dem natürlichen. Schriftsinne, wie es sich uns aufdrängt, ihnen nicht innerlich klar war, vielmehr blos durch äußerliche Thatsachen auch blos äußerlich ihnen entgegentritt, indem nämlich die auf einfachem . Wege in der Schrift zu findenden Bestimmungen, wie gesagt, eine KennLniß seien, die auch beim Kinde angetroffen wird. Bezeichnet aber werden dieselben, nicht als Gegenstände, die in der Schrift ausdrücklich'stehn — wie wir sie bis jetzt genannt haben und wie sie bei den rabbinischen Erklärern, die über die Verschiedenheit schon ein größeres Bewußtsein erlangten, heißen — , sondern blos als solche, zu welchen auch die Saducäer ihre Zustimmmsg geben. (1I Diese Bemerkung führt uns zur Beantwortung der zweiten Frage, inwiefern die Gnnaristen erkannt haben, daß ihre. Erklärung von der natürlichen abweiche, und ob sie gar den Gegensatz zwischen beiden.gefühlt habend Wir haben soeben gesehn, daß die Gemara ihre Deutungen als durchaus zum Schriftverständnisse nothwendig Haft, und daß sie die Bestimmungen, welche in der Schrift ausdrücklich enthalten sind, von denen, welche bloß durch ihre Deutung hergeleitet werden, nicht nach dem innern Momente der Verschiedenheit des eregetischen Verfahrens, sondern',blos nach dem äußerlichen, der Einstimmung oder Nichteinstimmung der. Saducäer, zu unterscheiden weiß, .mithin denselben keineswegs ein. Bewußtsein znzutrauen ist darüber, daß ihrer Methode eine andere zur Seite gehe oder gar gegenüberstehe. Wären überhaupt ihre exegetischen Begriffe nicht so ganz getrübt gewesen, wie hätte ihnen nur der Gedanke kommen können, auf ein, gesunden eregetischen. Ansichten gegenüber, spielendes Verfahren einen solchen Werth zu -legen? Hätten sie in diesem dann nicht die Erklärnng von.„den Bergen, die .an einem Haare hangen" — obgleich die Mischnah unter diesem Ausdrucke etwas Anderes versteht — vollkommen finden müssen? Allein gerade da diese Deutungsweise bei ihnen zu"