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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1844-01-01 · Heft 1 · p. Seite 71

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1844
Issue
Heft 1
Article
Das Verhältniß des natürlichen Schriftsinnes zur thalmudischen Schriftdeutung
Date
1844-01-01
Page
Seite 71 (sequence 19)
Language
German
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Es ist - durchaus überflüssig,., hier, -auf - eine . speeklle Eharakteristik des geyrarüstischen Deutungsvexfahrens, - die durch Beispiele zu erläutern Ware, einzugehn, die allgemeine Thatsache jener ausschweifenden Eregese-, weM dieser Ausdruck noch zu gebrauchen ist, liegt einem jeden nicht ganz mit- . der Gemara unbekannten Leser vor, und den ganz Fernstehenden würde selbst eine, umfassende Behandlung des Gegenstandes, ohne' Selbststudium nicht in die verworrenen Gänge dieser. Ableitungsmethode einführen können. Wie diese Methode entstanden undentstehen mußte, ist gleichfalls bereits genügend, erörtert, und von unserer Beurtheilung. aus ergiebt sich klar, daß es die Gemara mit diesen Deutungen ganz ernst gemeint, die Bestimmungen, welche sie in jener seltsamen Weise aus den Schriftstellen entwickelt, nach ihrem Standpunkte wirklich in denselben gefunden hat. Allein diese Frage ist zu wichüg für unsere/Darstellung, als daß. wir sie blos im Allgemeinen aus unserm Nachweise, der geschichtlichen Entwickelung beantworten sollten, wir müssen -vielmehr die Thatsachen antworten lassen und uns daher - die Frage nochmalsstellen, ob die Lehrer der Gemara die Deutungen ernstlich meinten oder ob sie in den zu Hülfe gerufenen Stellen vielleicht blos leise Winke, gelegentliche Stütze, eine mnemonische Hülfe u.dgl.. fanden, und dieser Frage die^ andere- -hmzufügew',^ -nämlich - ob.-in ihnen,, wenn sie die Deutungen ernstlich gemeint-, dennoch - das exegetische Gewissen mit seinem Einspruche gegen dieselben etwa sich geregt habe? . Daß die' Gemaristen es init ihren Deutungen im vollsten Ernste, gemeint haben, geht unwiderleglich aus ihrem ganzen Verfahren dabei hervor. Schon oben wurde angeführt, daß sich., überall in der Gemara die Frage wiederholt, welche Begründung der Ausspruch der Mischnah in der Bibel habe, und darauf wird dann ebez: gewöhnlich eine Ableitung von der besprochenen Art gegebenp sollte diese .nicht als eine., rechtmäßig vorgenommene und v o llko ttunen b egründete b etra ch tet w erd m, so wäre Frage wie Antwort ein rmnützes Spiel, ein Scherz, den diesen Männern, wel-- ' durch die Einsicht in die verschiedenen Standpunkte der Mischnah (und älteren Äaräitha) und der Genrara richrig ausfaffen durch Kauz ungeeignete Versucheansgleichen.

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