Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1844
- Issue
- Heft 1
- Article
- Das Verhältniß des natürlichen Schriftsinnes zur thalmudischen Schriftdeutung
- Date
- 1844-01-01
- Page
- Seite 70 (sequence 18)
- Language
- German
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76 IV. Das Verhältniß des natürlichen Schriftsinnes gen werden viele aus der Bibel begründete und gleichviel^ höchstens um eine vermehrte, später elrtwickelte Bestimmungen. Daher nun auch die beständige Frage, mit der die Gernara die Discussion über die Worte der Mischnah einleitet: oder ^HA, „atts welchem Verse lassen' sich , diese einzelnen Angaben erweisen?" Natürlich mußte man sich nun in der Gesetzentwickelung aus der Schrift, in dem eregetischeu Principe, umsomehr von den Saducäern entfernen; was in der Mischnah nur leise begonnen war, überwucherte nun ganz und gar den Boden einer gesunden Eregefe, und es blieb davon keine Spur mehr, Wörter und Buchstaben wurden auf die willkürlichste Weise gedeutet, Analogieen in dem Unwesentlichsten und Zufälligsten gefunden, was dann eine völlige Übertragung der Bestimmungen aus einem Gesetze in das andere rechtfertigen sollte, man ging wahrhaft daraus aus, Unregelmäßiges, Ungewöhnliches, Überflüssiges in den Stellen zu suchen und gewissermaßen zu schaffen, um daran Deutungen zu knüpfen, welche auch selbst dann, wenn die Unregelmäßigkeit u. s. w. vorhanden gewesen/wäre, durchaus iu keinen Zusammenhang mit ihr hätten gebracht werden können. Daher war es auch ganz natürlich, daß sie die Belege, welche die Mischrrah als bloße Andeutungen enthaltend, mit den Worten 222^ 22^ 222^ ML? D bZ? bezeichnet, der Worte der Mischnah nicht eingedenk, als ganz volle Belege betrachtet (vgl. z.,V.>ie Mischnah SchabbaLh 9, 4 mit Gemara Ioma 76b und Niddah 32u), wie sie dies in gleicher Weise thut gegenüber der altern Baraitha, welche den Standpunkt der Mischnah noch festhält (vgl. die Baraitha Berakhoth 2, 6 mit Gemara. Megillah 20b, Baraitha und Gemara Peßachim 7b und Baraitha und Gemara Niddah 8b) ^'). In unfern Ausgaben stehn hiev in der Gemara bei der Anführung der Wischnah auch die Worte 222> °M2 D pp 2222 22/ welche aber falscher sjusatz sind, wie aus den Erfiärern hervorgeht; übrigens rhut dies zur Auffassungsweise der Genrara Nichts. Die rabbinLschen Erklärer wollen diesen Widerspruch, der sich nur